Man mag sie altmodisch finden, man mag sie lieben, aber um sie herum kommt man auf keinen Fall: Zopfmuster gehören zum Stricken wie die Wolle zum Schaf. Ich persönlich liebe Zopfmuster, weil sie so schön plastisch sind und aus einem glatten Gestrick etwas Dreidimensionales, Knautschbares machen.

Ich weiß noch, dass mir Zopfmuster am Anfang meiner Strickkarriere wie pure Magie vorkamen. Ich konnte damals gerade mal linke und rechte Maschen stricken und dachte, Lochmuster bekäme man durch kräftiges Ziehen an einzelnen Maschen zustande. Wie man Zöpfe erzeugt, war mir allerdings ein völliges Rätsel und hat mich deshalb total fasziniert.

Einige Zeit später kam ich dann hinter das Geheimnis der Zopfmuster und stricke sie seitdem immer wieder gerne. Doch egal wie viel Erfahrung ich im Verzopfen angesammelt habe – es passiert mir trotzdem noch, dass ich einen Zopf falsch herum drehe. Erfreulicherweise nicht mehr ganz so oft wie noch am Anfang meiner Strickzeit. Aber oft genug, um mich zu ärgern. Und um nach Möglichkeiten zu forschen, den Fehler zu reparieren, ohne alles wieder aufribbeln zu müssen. Das geht? Jawohl. Ich präsentiere euch drei Techniken zum Korrigieren von Fehlern in Zopfmustern!

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Darf ich euch einen kleinen Schwank aus meiner Jugend erzählen? Na gut, Jugend ist übertrieben. Fünf Jahre ist es erst her, dass Lanade Malabrigo ins Sortiment aufgenommen hat. Ich war damals noch ein ahnungsloses Ding, das nie ein Fädchen handgefärbten Garns in den Fingern hatte, und dachte bei der Nachricht bloß: Pah, wer braucht denn so was?

Meine Verweigerungshaltung hielt ein paar tapfere Monate, dann fiel mir ein Strang Malabrigo Merino Worsted in die Hände. Das nächste, woran ich mich erinnere, ist dass mein Auto verpfändet wurde und meine Wohnung derart mit handgefärbter Wolle vollgestopft war, dass ich meinen Ehemann nicht mehr wiederfinden konnte. Ihr wisst ja, wie das so ist.

Obwohl ich im Laufe der folgenden Monate und Jahre fast alle Qualitäten von Malabrigo, Madelinetosh und vielen anderen Handfärbern kennen und lieben gelernt habe, ist Merino Worsted immer meine erste Liebe gewesen und sitzt in meinem Herzen auf dem wollenen Thron. Sie ist so fluffig und flauschig und wunderbar! Doch dann kam ein Herausforderer: Malabrigo Washted. Eine Worsted mit Superwash-Ausrüstung? Dem musste ich natürlich auf den Grund gehen.

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So ein Mist. Könntet ihr mal gerade alle kurz aufstehen? Ich habe mein 2018 verloren! Es liegt hier sicher unter irgendeinem Sofakissen oder vielleicht hat sich jemand versehentlich drauf gesetzt … nein? Okay, trotzdem danke fürs Nachschauen.

Leute, ich habe ein Problem. Das alte Jahr ist einfach so abgezischt und hat mir einen Haufen Strickideen dagelassen, die ich noch umgesetzt haben wollte. Im Januar 2018 habe ich voller Hoffnung auf meine lange Liste geschaut und mir sooo fest vorgenommen, sie alle Wirklichkeit werden zu lassen. Bis auf den Einhorn-Pulli ist dann aber nichts draus geworden, weil ich ständig von anderen Projekten abgelenkt worden bin. Und jetzt ist das Jahr weg, das Luder.

Für 2019 mache ich es deshalb anders mit den guten Strickvorsätzen. Statt meine meterlange Ravelry-Liste auszurollen, habe ich diesmal Kategorien, die ich abhaken möchte. 2019 möchte ich:

Und wie der Bengel in der Bonbon-Werbung konnte ich natürlich nicht warten, sondern habe einen meiner Punkte sofort gegessen, äh, gestrickt. Tadaa:

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Gestern hat mir jemand erzählt, dass jetzt der Winter komme. Ist das zu glauben? Fake News, sage ich! Mein Liegestuhl steht noch auf der Terrasse, das spricht ja wohl für sich. Außerdem ist mein Motto: Solange Wollsocken dafür sorgen können, dass ich ohne blau gefrorene Zehen in Turnschuhen herumlaufen kann, ist es noch nicht Winter. Apropos Wollsocken – habt ihr Lust auf noch eine Runde des Sockenlehrgangs?

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Der Winter wird pompompös!

am 19. November 2018

Kennt ihr dieses Phänomen, wenn ihr ein neues Wort, einen Namen oder sonst irgendwas kennenlernt und vom nächsten Tag an plötzlich ständig auf dieses Wort, diesen Namen et cetera stoßt? So ging es mir mit dem Pom Pom-Magazin.

Ich muss ganz ehrlich sagen: Bis zu Sarahs Beitrag bin ich nie richtig auf diese sagenhafte Strickzeitschrift aufmerksam geworden. Ich war mehr als zufrieden mit Ravelry, ich kannte die einschlägigen Publikationen vom Zeitschriftenkiosk und alles andere habe ich automatisch unter „ferner liefen“ abgespeichert.

Bis Sarahs Beitrag kam. Aha, das ist also dieses Pom Pom-Magazin, dachte ich bei mir. Nett, nett. Und plötzlich war alles voller Pompom. Pom Pom-Muster auf Ravelry, Pom Pom-Hefte auf Instagram, Pom Pom-Projekte auf jedermanns Nadeln! Ist denn die ganze Welt pompom geworden? Der Sache muss man auf den Grund gehen!

Gesagt, getan: Ich habe mal die neueste Ausgabe unter die Lupe genommen.

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Ich weiß nicht warum, aber sanfte Farbverläufe begeistern mich ohne Ende. Ob es ein Notizbuch ist, Turnschuhe, eine Handyhülle oder ein Kleidungsstück – hat es einen Fade- oder Ombré-Effekt, bin ich hin und weg. Ich bin auch schon mehrfach in öffentlichen Verkehrsmitteln und Cafés ermahnt worden, weil ich Damen mit kunstvoll gefärbtem Haar angestiert habe.

In der Strickwelt hat man zum Glück Verständnis für mich. Findige Designerinnen haben Wege gefunden, mit einfarbigen Garnen beliebig lange Verläufe von einer Farbe zur anderen zu zaubern. Meinen heiß geliebten Dip Dye Sweater habe ich euch ja schon mal gezeigt, die Fair-Isle-Variante (zum Beispiel hier und hier) sieht auch sehr spannend aus. Ganz besonders großartig finde ich es aber, wenn Garne schon direkt in farblichen Abstufungen als Fade-Set gefärbt werden. Die Sweater-Sets von Madelinetosh zum Beispiel finde ich wunderbar.

Gäbe es doch sowas auch von Malabrigo … dachte ich letztens bei mir und stöberte etwas schwermütig durch den Lanade-Bestand. Und plötzlich teilte sich das Woll-Dickicht vor mir und wie ein Einhorn auf einer Waldlichtung erschien es vor mir: Das Malabrigo Merino Worsted Fade-Set! Träumte ich? War das die Wirklichkeit? Egal, her damit!

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Es gibt ja so Leute, die alles Neue direkt haben und jedem Trend hinterherlaufen müssen, ne? Bevor ihr jetzt die Augen verdreht und ruft „Ja, schrecklich, diese Leute“, möchte ich als Betroffene schnell gesagt haben: ich mache das alles nur für euch! Okay, jetzt könnt ihr die Augen verdrehen, ich schaue so lange weg.

Nachdem Sarah neulich so über die Shetland-Wolle von J&S geschwärmt hat, musste ich – natürlich im Namen der Wissenschaft – das Garn sofort auch ausprobieren. An Fair Isle habe ich mich in den letzten Monaten Stück für Stück herangepirscht. Bei der DROPS Sky ist dereinst alles gut gegangen, ich fühle mich also bereit für das nächste Level!

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Beloved (Cheeky) Berlin

am 21. August 2018

Ist hier dieses Jahr was los oder was? Erst die neue Garnqualität von DROPS, dann der Fair-Isle-Traum von Jamieson & Smith und dann kommt auch noch die Merinowolle von Rosy Green Wool ins Lanade-Lager! Ich kriege ja schon bei der Veröffentlichung jeder neuen „DROPS ♥ You“-Edition Schnappatmung, was meint ihr da, wie ich auf die Cheeky Merino Joy reagiert habe? Ich sag‘ es euch:

Cool. Wie. Eis.

Kein Witz! Ich kannte das Garn nämlich schon. 2017 habe ich es beim Strickfestival Berlin Knits zum ersten Mal in die Finger gekriegt, wo Designerin Martina Behm einige ihrer Tücher aus Cheeky Merino Joy ausgestellt hat. Und da Antje und Sarah mittels eilig ausgeworfener Rundstricknadel-Lassos meinen Plan vereitelt haben, Martina Behms Bein zu umklammern und nicht mehr loszulassen, bis sie mich mit zu sich nach Hause genommen hat, habe ich eben zwei Stränge des Garns gekauft. Und liebe es seitdem heiß und innig. Es ist so weich und griffig und absolut kratzfrei!

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Guten Morgen, liebe Strickschulklasse! Ich freue mich, dass ihr euch alle zur zweiten Stunde des Sockenlehrganges eingefunden habt. Was höre ich da, ihr wollt hitzefrei? Kommt nicht in Frage, ihr müsst doch an eure Zukunft denken! Schon Sokrates sagte: „Wer im Juli Wollsocken strickt, hat im Dezember alle Weihnachtsgeschenke.“

Nachdem wir letztes Mal die verschiedenen Fersentypen behandelt haben, geht es heute um Sockenspitzen. Wie auch schon neulich bei den Fersen, rate ich euch auch hier bei Interesse zur Anschaffung eines guten Grundlagenbuches, damit ihr alle Tabellen, Detailanleitungen und so weiter zur Hand habt. Einen kleinen Überblick könnt ihr aber jetzt schon bekommen.

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Hallo liebe Runde. Freut mich, heute bei euch sein zu dürfen. Mein Name ist Nina und ich habe … (tiefes Durchatmen) … ein Projekt in den Sand gesetzt. Heul! Puh, jetzt geht es mir besser. Ich weiß ja eigentlich auch, dass bei jeder Strickerin immer mal wieder eine Niete rauskommt, egal, wie viele Jahre Erfahrung sie auf dem Buckel hat. Mittlerweile erkenne ich es eigentlich auch relativ schnell, wenn etwas in die falsche Richtung läuft.

Aber dieses Mal habe ich es irgendwie geschafft, sämtlich Alarmsignale während des Strickens zu ignorieren und fröhlich Stunde um Stunde vor mich hin zu werkeln, um dann erst nach dem Fädenvernähen und Baden zu merken, dass mein vermeintliches Meisterwerk totaler Murks ist. Zu allem Überfluss habe ich auch noch vorher jedem, der es hören oder nicht hören wollte, von meinem zukünftigen Superpullover erzählt, so dass ich peinlicherweise auch noch ständig darauf angesprochen wurde: „Hey, was macht eigentlich dein toller Pul…“ – „Ich will nicht darüber reden!“

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Bunnies in the Sky

am 29. Mai 2018

Habt ihr schon gesehen? DROPS hat ein neues Garn herausgebracht! Ich weiß nicht, warum mich das jedes Mal so begeistert, wo es doch jetzt schon so viele schöne Qualitäten und Farben im Shop gibt, dass ich sie vermutlich kaum jemals alle verstricken kann. Aber wenn es Leute gibt, die in Ekstase verfallen, wenn ein paar Männer in kurzen Hosen hinter einem Ball herdackeln, dann muss es auch Leute geben, die über ein paar Bällen aus Wolle die Besinnung verlieren.

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Herrje, ist es schon April? Auf keinen Fall! Bei mir ist es noch Januar, denn ich bin noch voll beim Thema gute Vorsätze. Dieses Jahr soll ja das Jahr werden, in dem ich lang gepflegte Strickpläne endlich umsetze. Und nachdem das Thema Einhörner erfolgreich abgehakt ist, folgt der nächste Punkt auf meiner Liste: Oversize-Pullover.

Ich stricke so gut wie alle meine Pullover mit maximal fünf Zentimeter Luft im Brustumfang. Das hat natürlich auch etwas damit zu tun, dass ich sie gerne so trage, aber auch viel damit, dass eine kleinere Größe schneller gestrickt ist als eine größere. Dabei schaue ich immer ein bisschen angst- und neidvoll auf lässige Modelle wie Joji Locatellis Boxy. Neidvoll, weil ich eigentlich auch gern mal so etwas stricken und tragen würde. Angstvoll, weil ich befürchte, darin auszusehen wie ein Waisenkind im Kartoffelsack. Mein tapferer Kompromiss heißt „Herbarium“ und ist ein Pullover von Nadia Crétin-Léchenne. Schaut mal her!

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