Die coolsten Socken der Welt

Bevor wir den heutigen Blogbeitrag beginnen, muss ich mal gerade eine kleine Umfrage machen. Bereit? Okay, los geht’s: Bitte alle die Hand heben, die gerne mal zweifarbiges Patent in Runden stricken wollen, sich aber noch nicht an ein großes Projekt trauen. Und jetzt bitte alle die Hand heben, die gerne mal Socken stricken würden, sich aber noch nicht getraut haben. Und alle, die schon oft Socken gestrickt haben, und gerne mal eine neue Sockentechnik ausprobieren wollen. Und alle, die schon mal Weihnachtsgeschenke stricken wollen. Und alle, die ihre Wollreste aufbrauchen wollen. Und jetzt bitte noch alle, die eigentlich arbeiten, aufräumen oder mit dem Hund Gassi gehen sollten, aber lieber noch ein bisschen hier im Blog bleiben wollen.

Doch so viele Hände in der Luft? Fein, für euch alle habe ich heute etwas Schönes. Wir stricken fersenlose Socken im zweifarbigen Patentmuster!

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Das Konzept ist ganz furchtbar simpel, aber trotzdem genial. Man bekommt den schönen Effekt von zweifarbigem Patent, für den man auch wunderbar die buntesten Sockenwollreste verwenden kann. Aufgrund der enormen Dehnbarkeit des Gestricks kann man auf eine komplizierte Ferse verzichten und hat damit eigentlich ein perfektes Strickgeschenk für Leute, deren genaue Schuhgröße man nicht kennt. Man kann Patentsocken aber auch ganz für sich allein stricken, um in Ruhe zu lernen, wie das denn eigentlich funktioniert mit dem zweifarbigen Patent in Runden.

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Am besten eignet sich für Socken – Überraschung! – Sockenwolle. Ich habe die DROPS Fabel in Fb. 112, apfelgrün genommen und außerdem einen 100-Gramm-Strang Fabel aus der fantastischen Färbeaktion von Carolin und Antje abgestaubt. Der gute alte Dackelblick wieder.

Zuerst habe ich mit Apfelgrün 48 Maschen locker mit Nadelstärke 2,5 angeschlagen und zur Runde geschlossen. Beim Patent muss man es nicht so furchtbar genau mit der Maschenzahl nehmen, weil die Socke nicht so spack sitzt wie die klassischen Varianten in glatt rechts. Als grobe Richtlinie kann man folgende Maschenzahlen nehmen:

  • Schuhgrößen 24 bis 29: 40 Maschen
  • Schuhgrößen 30 bis 35: 44 Maschen
  • Schuhgrößen 36 bis 41: 48 Maschen
  • Schuhgrößen 42 bis 47: 52 Maschen

Ich habe Schuhgröße 38/39, falls das jemanden interessiert.

Die erste Runde geht einfach nur „1 Masche rechts, 1 Masche links“, dann geht’s los mit dem zweifarbigen Patent. Wie das funktioniert, seht ihr in Antjes Beitrag ganz wunderbar. Nur Mut, es ist wirklich nicht schwer!

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Das Ganze strickt ihr solange ihr Lust habt – bei mir waren das etwa 30 cm. Ab und zu anprobieren steigert die Motivation!

Dann geht es auch schon an die Spitze. Wer schon Sockenerfahrung hat, kann hier die Lieblingsspitze, wie zum Beispiel die Bändchenspitze, stricken. Für Anfänger – und besonders für unsere Patentsocke – empfehle ich die Sternspitze, weil es bei ihr kein oben oder unten gibt. Das passt dann ganz gut zur Socke, die keine Ferse hat, da kann man dann reinschlüpfen wie man will.

Hier ein Sternspitzen-Crashkurs:

  • sucht euch die Farbe aus, die die Spitze kriegen soll und schneidet die andere ab; die Spitze wird nur einfädig gestrickt
  • strickt eine Runde rechte Maschen und strickt dabei alle Umschläge ein, die noch von der letzten Patentrunde übrig sind
  • alle, die mit 44 oder 52 Maschen gestartet haben, stricken jetzt noch mal eine Runde rechte Maschen und nehmen dabei gleichmäßig verteilt 4 Maschen ab (z. B. durch zwei Maschen rechts zusammenstricken)
  • jetzt noch mal 7 Runden glatt rechts stricken (gilt für alle Schuhgrößen)
  • alle, die jetzt 48 Maschen haben (Größen 36 bis 47), stricken *4 Maschen rechts, 2 rechts zusammen* rundrum, die ganze Runde; die kleineren Größen überspringen diesen Punkt
  • 4 Runden glatt rechts stricken; die kleineren Größen überspringen auch das
  • ab jetzt alle Größen: eine Runde lang *3 Maschen rechts, 2 rechts zusammen* bis zum Rundenende wiederholen
  • 3 Runden glatt rechts stricken
  • *2 Maschen rechts, 2 rechts zusammenstricken* bis zum Rundenende wiederholen
  • 2 Runden glatt rechts stricken
  • *1 Masche rechts, 2 rechts zusammenstricken* bis zum Rundenende wiederholen
  • 1 Runde glatt rechts stricken
  • *2 Maschen rechts zusammenstricken* bis zum Rundenende wiederholen
  • den Faden abschneiden, mit einer Wollnadel durch die verbleibenden 8 Maschen ziehen und vernähen

Und das war es auch schon!

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Zugegeben, einen schlanken Fuß machen Patentsocken nicht. Aber dafür kann man sie an kalten Tagen schnell drüberziehen, problemlos an zappelige Kinderfüße kriegen und wunderbar zu Weihnachten verschenken!

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Kommentare

  1. Von Petra P. am 12. Juli 2016:

    Hallo Nina,

    nach Deinem ” Samen ” geht es jetzt runter zu den Füßen. Von der Patentsocke sagt man, es ist Wellness für die Füße. Einfach gestrickt im Patent, was nicht so schwer ist und recht schnell von der Hand geht beim Stricken. Das Fersen stricken fällt weg .
    Rippenpatent: Nach der 1. Runde mit gerader Maschen Anzahl, muss dann die 2. und 3. Runde stets wiederholen- einfach- Antje hat es toll erklärt.

  2. Von Julia K am 12. Juli 2016:

    Super, danke schön für die flotte Anleitung! Kannst Du uns noch verraten, wie viel Wolle Du pro Farbe versockt hast? Der nächste Herbst kommt bestimmt!

    • Von Nina am 12. Juli 2016:

      Ich wusste doch, dass ich was vergessen habe! Grob über den Daumen gepeilt würde ich sagen 60 gramm pro Farbe, aber ich lege die Socken noch mal auf die Waage.

  3. Von Susanne am 12. Juli 2016:

    Socken-Susi……fa fühl ich mich glatt angesprochen 😀
    Danke für den informativen Beitrag 🙂

  4. Von Maike am 12. Juli 2016:

    Echt coole Idee Nina 🙂

  5. Von Elli am 12. Juli 2016:

    Aaaahh, das ist also das mysteriöse Fußball-Rasen-Projekt 😉 Sieht super aus. Da krieg ich auch gleich Lust Patent zu stricken. Und was auf zappelnde Kinderfüße passt, ist doch sicher auch gut für zappelnde Kinderhände als Handschuhe. Das wird als nächstes mal getestet 🙂 Danke für die coole Anleitung!

  6. Von Karin am 13. Juli 2016:

    Hallo Nina,
    ich muss schon sagen – deine Beiträge sind einfach Spitze. Macht richtig Lust alles auszuprobieren Vor allem die Tests sind sehr hilfreich und auch die Farbvorstellungen und….. Weiter so!! Ich freu mich auf den nächsten:-)

  7. Von Britta am 13. Juli 2016:

    sag mal, wie strickt man Patent in rund ohne daß sich die Reihen drehen? bei den Socken gehts ja noch, aber bei einem Pulli sieht der diagonale Verlauf schrecklich aus. Danke schon mal vorab

    • Von Maike am 14. Juli 2016:

      Britta genau dasselbe habe ich mich auch gefragt….

    • Von Nina am 14. Juli 2016:

      Da muss ich leider passen. Meine Patentsocken haben auch einen leichten Quirl drin, der sich aber am Fuß zurechtzupfen lässt. Vielleicht hat ja eine Stephen-West-Veteranin hier einen guten Tipp?

  8. Von Britta am 14. Juli 2016:

    au ja, bitte!!!!! Ich habe mal einen Pulli in Patent rund angefangen….für mich muß ich leider um die 340 Maschen anschlagen, und bei Patent noch mehr, ächz. Als ich 20 cm hoch gestrickt hatte wurde mir klar, daß dieser Rechtslauf der Reihen keine optische Täuschung war, und sich auch nicht durch einen gnädigen Strickgott irgendwie zurechtziehen würde, schluchz…. ribbeln hasse fast genauso wie nähen…..

  9. Von Petra P. am 15. Juli 2016:

    Hallo, Ihr Stricklieseln,
    Ja, Patent stricken in Runden und bist so eine Sache und doch einfach. Ich nehme zum Beispiel 60 Maschen auf und bevor ich zur Runde schließe setze ich einen Maschenmarkierer, damit ich weiß, wo meine Runde beginnt und wo das Ende ist. Dann stricke ich 1 Ma. rechts und 1 Ma. links. Das wiederhole ich bis zum Ende. Dann stricke ich die gleiche Runde noch einmal so und mit der nächsten Runde geht es los.
    1. Runde: Die rechte Masche stricke ich nicht wie gewohnt ab, sondern ich steche in das rechte Maschenglied unten ein und stricke diese Ma. rechts ab( d.h. eine Masche tiefer gestrickt). Die linke Ma. wird ganz normal links gestrickt. Die rechte Ma. wieder tiefer, die linke wieder normal und das bis zum Runden Ende.
    2. Runde: Jetzt die rechte Ma. ganz normal rechts abstricken und dann die linke Ma. unten einstechen und links stricken. Dann wieder die rechte Ma. ganz normal und die linke wiederr unten drunter einstechen und links abstricken. Das bis Runden Ende stets wiederholen. Nun diese beiden Runden immer wieder stricken. Erst Runde 1, dann Runde 2. Dadurch erhält man ein gleich mäßiges Maschenbild. Versucht es doch erst einmal mit Stulpen, denn probieren geht über studieren. Ich habe es auch vor kurzem erst gelernt und manchmal muss man auch das Internet konsultieren, um zu einem Ergebnis zu kommen. Ich stricke nämlich viel in Runden
    Den Blog, den die Lanade- Mädels schreiben , finde ich immer wieder toll und hilfreich und habe auch von Ihnen schon eine Menge gelernt und mein Wissen dadurch erweitert oder gute Ratschläge sind in meine Strickarbeiten eingeflossen.

  10. Von Britta am 18. Juli 2016:

    Hä??? wie meinst Du das mit tiefer stechen? was machst Du denn mit der eigentlichen rechten Masche? Ich meine, wenn Du unter der Masche einstichst ist die doch übrig????

  11. Von Tina S. am 19. Juli 2016:

    Schöne und einfache Idee. Ich werde es erstmal einfarbig versuchen. Wenn ich das Patent stricken verinnerlicht habe, dann fällt mir das zweifarbige Patent stricken dann bestimmt leichter.

  12. Von Petra P. am 19. Juli 2016:

    Hallo Britta,

    Entschuldigung, gestern musste ich das schöne Wetter ausnutzen und im Garten arbeiten.
    Ja, Du musst in das Maschenglied unten einstechen und eine Masche heraus stricken, die Masche , die noch auf der Nadel ist lässt Du fallen. Die nächste Masche strickst Du wieder ganz normal. So, wie ich es oben beschrieben habe..
    Übrigens, Antje hat das ” Patentstricken ” am 24. Februar 2016 hier im Blog sehr ausführlich beschrieben . Da ich aber viel in Runden stricke,habe ich im Computer einfach einmal eingegeben ” Patent stricken in Runden”, mach das einfach auch einmal und Du wirst staunen, was sich da alles finden lässt.

    • Von Nina am 20. Juli 2016:

      Wenn ich da noch etwas bei Petras sehr ausführlichen Patent-Tipps hinzufügen darf: Das mit dem Tieferstechen ist eine alternative Methode, Patent zu stricken. Manche arbeiten gern mit den Umschlägen (wie in Antjes Video), andere stechen lieber in die tieferen Maschen ein. Beides hat das gleiche Endergebnis. Falls Verwirrung aufgekommen sein sollte. 😉

  13. Von Britta am 19. Juli 2016:

    Hi, Petra,

    lieben Dank für die ausführliche Beschreibung, ich werde es tatsächlich erstmal mit was kleinerem probieren und bin schon sehr gespannt.

  14. Von Britta am 19. Juli 2016:

    so, das hatte ich versehentlich beim Steekbeitrag gepostet:

    .in youtube ist eine schöne Anleitung, jetzt erklärt sich auch, wohin die überzählige Masche verschwindet :-)))) und das gibt dann gerade Reihen beim rundgestrickten Pulli???
    https://www.youtube.com/watch?v=paigiMk5C_E

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