Sandes Double Sunday und der Marseille-Sweater

Habt ihr mal als Kinder euer Leibgericht so oft gegessen, dass es euch irgendwann zum Hals raus hing? Oder als junge Erwachsene den Trick gelernt, sich Sambucca im Mund anzuzünden und dann so oft Sambucca getrunken, bis ihr den nicht mehr sehen konntet? Nein? Ich auch nicht, alles hypothetisch hier, klar!

Was ich eigentlich sagen will: Ich habe mich in den letzten Jahren irgendwie an Merino mit Superwash-Behandlung satt gestrickt. Hätte mir früher nie träumen lassen, dass das jemals passiert, aber es ist so. Ich mag es im Moment einfach nicht. Letztes Jahr, als die Sandnes Sunday raus kam, hatte ich mich ja in das Thema eingearbeitet und euch die Unterschiede erklärt.

Der Pullover

Als Carolin dann sagte, dass wir jetzt die große Schwester Double Sunday ins Programm nehmen, war ich natürlich sofort begeistert! Eine dicke und griffige Merinowolle ohne Superwash? Geil. Ein Pullovermodell von PetiteKnit wollte ich auch schon immer mal stricken und der Marseille Sweater sieht wirklich sehr gemütlich aus.

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Einfach in den Originalfarben nachstricken? Schick isser ja schon, so maritim! Aber die Hauptfarbe Mandel steht mir nur, wenn ich gut gebräunt bin. Den Pulli will ich aber auch im Frühling tragen, ohne darin auszusehen wie ein Zombie auf Urlaub. Ein Glück, dass die noch recht überschaubare Farbpalette – welche noch erweitert wird – eine meiner absoluten Lieblingsfarben bietet, ein staubiges Grün. 8051, Eukalyptus it is, yay! Die Streifen in 5581, Schwarzblau, wie im Original.

Auf den ersten Blick dachte ich, dass der Pulli einfach kastenförmig von unten hoch gestrickt wird, aber nein! Ein provisorischer Anschlag, ausgeklügelte verkürzte Reihen zur Schulterformung und clever platzierte Zunahmen für den Ausschnitt machen das Stricken sehr spaßig und kurzweilig. Und ich habe sogar etwas gelernt, das italienische Abketten nämlich! War im Endeffekt gar nicht so schwer, als der Knoten einmal geplatzt war, habe ich verstanden, dass es einfach nur gewöhnliches kop-pok ist! Ha!

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Modifikationen?

Kaum. Lediglich meine Reihenhöhe stimmt nicht mit den Vorgaben überein, deshalb habe ich die Streifenwiederholung etwas rascher aufeinander folgen lassen als vorgeschrieben. Und die Ärmel sind nicht so weit, weil ich beim Aufnehmen der Ärmelmaschen gut 20 Maschen weniger habe. Die verkürzten Reihen für die angedeutete Armkugel habe ich etwas modifiziert und beim Ärmel auf weniger Maschen abgenommen als gefordert. So werden sie nicht ganz so weit und labberig. Die hängen mir sonst nur in der Spaghettisoße, ich kenn mich ja.

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Die Sandnes Double Sunday

Ganz genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe! Dick und rund gesponnen, mit griffiger und trockener Struktur, ein richtig natürliches Wollgefühl hat die! Ich gehöre ja bekanntermaßen zu den Lockerstrickerinnen und habe mir hier keine große Mühe gegeben, sie extra fest zu stricken, einfach auf einer 4,0-mm-Nadel locker flockig vor mich hin gestrickt. Der Pullover soll ja gemütlich sitzen. Nach dem Waschen hat sie richtig schön nachgegeben, ohne ausgeleiert oder lappig auszusehen. Das Maschenbild ist ordentlich, der Pulli schwingt und fällt gut, optimal. Ich trage ihn ständig und habe ihn die ersten beiden Wochen nach Fertigstellung eigentlich nur zum Schlafen oder Baden ausgezogen!

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Fazit

Die Double Sunday ist ein tolles Garn für gemütliche Pullover, Jacken und Accessoires. Durch die natürliche und unbehandelte Struktur fühlt sie sich sehr gut auf der Haut an und kann alle Vorteile von Wolle voll und ganz ausleben. Nach ein paar Wochen werde ich ihn mal rasieren müssen, unter den Armen fängt er etwas an zu pillen. Aber das nehme ich für dieses Tragegefühl sehr gerne in Kauf!

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Kommentare

  1. Von Löwi am 10. Mai 2021:

    Wunderschönder sieht wirklich nach einem absoluten Wohlfühlpulli aus. Steht dir ganz hervorragend. Der Pulli ist auch genau mein Beuteschema. Meine ToDo Liste ist derzeit ganz schön lang, aber das hier sieht nach Pro 1 aus ich mag nämlich auch nur sehr bedingt superwash Garne, weil mir da das typische Wollgefühl – warm einhüllen und trotzdem luftig – und die typische Hapktik beim Stricken etwas abgeht . Werde gleich mal nach Farben schauen. Ich bin ja eher der Frühlingstyp, dem keine “nebeligen” Farben stehen, die ziehen mir sämtliche Farbe aus dem Gesicht, aber meistens findet sich auch eine klare , helle weiche Farbe. Vielen Dank fürs Vorstellen und Zeigen
    Das macht mir großen Spaß, eure Strickerfahrungen zu teilen. In diesem Sinne, weiter so und gerne mehr.

  2. Von Löwi am 10. Mai 2021:

    Schade , Meine Smilies wurden nicht übernommen….

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