WIP der Woche – „Sweater No. 14 V-Neck“ … again!

Warum zwanzig Minuten für eine Maschenprobe verschwenden, wenn man auch ein paar Tage lang einen halben Pullover stricken kann? Wie sonst sollte man schließlich merken, dass die eigene von der geforderten Maschenprobe um ganze drei Maschen abweicht!? Und der Pullover soll ja auch oversized sitzen. Man hätte ja zwischendurch auch … Und was hat es eigentlich mit diesen ominösen Farbpartien auf sich? Fragen, die sich eine Profistrickerin eigentlich nicht mehr stellen sollte. Aber nun ja … Kennt ihr eigentlich noch die Ribbelkrone?

Bild für Beitrag „Sweater No. 14“ 1

Der „Sweater No. 14 V-Neck“ von My Favourite Things ist ein großzügig geschnittener, supergemütlicher Pullover mit tiefem V-Ausschnitt und wird vorzugsweise aus einem Mohairgemisch gestrickt. Genau mein Beuteschema. Ich habe mich dem Mohair aber dieses Mal widersetzt, weil ich schon ewig lange (vier Tage) einen Pullover aus Kremke Llama Soft haben wollte. In meinem letzten Artikel habt ihr den Anfang dieses Traumpullovers ja schon gesehen.

Bild für Beitrag „All The Things“ 4

Habt ihr auch gesehen, dass der Anfang mit einer anderen Partie gemacht wurde, als die der Stränge, die dort zur weiteren Verstrickung bereitlagen? Hab ich auch erst beim Knipsen bemerkt! Carolin hatte zwar was gesagt von „… könnte sein, dass das zwei Partien sind, hab den Pack nicht aufgemacht, schau lieber noch mal nach“, aber ich hab mir gedacht „Pah, bin Profi, mir doch egal!“, mir die Wolle geschnappt und nicht weiter hingehört. Wenn das jetzt ein Film wäre, würde man hier anhalten und „1. Fehler!!!“ einblenden. Blinkend natürlich.

Der Aufbau des Pullovers ist, wie immer bei den Däninnen im Moment, nahtlos und gut nachzuvollziehen. Erst wird der obere Rücken gestrickt, die Schulterpartie mit verkürzten Reihen geformt und dann bis zum Beginn der Armausschnitte runter gestrickt. Dieses obere Rückenteil hatte ich nun also fertig, als ich das mit den doch sehr abweichenden Partien gemerkt habe 🙁 Die Farbe 08, Deep Sea Melange ist manchmal sehr blau und manchmal sehr grünlich-petrolig. Also das Schulterteil geribbelt, denn ich sah keine Möglichkeit, in diesem Pullover zwei so verschiedene Partien unterzubringen. („2. Fehler!!!“ Maschenprobe hatte ich ja nicht gemacht und hier wäre natürlich die optimale Möglichkeit gewesen, die Maschenprobe mit der geforderten abzugleichen!)

Aber macht ja nix, die Llama strickt sich so weich und toll! Frohgemut wieder angefangen und das Schulterteil gestrickt. Und dann die beiden Vorderteile bis runter zu dem Armausschnitten. Zur Runde geschlossen und den Body gestrickt. Pfuh, geht ja echt langsam voran. Und sieht auch irgendwie ziemlich groß aus. Garn wird auch schon knapp, komisch. Aber egal, muss ja auch oversized sitzen, wird schon gehen (3. Fehler). Noch fünf Zentimeter weiter gestrickt und dann mal anprobiert.

Okay. Also. Oversized ist ja gut und schön. Und dass es Modelle gibt, die an kleinen dicken Frauen besser aussehen, auch klar. Aber das … Nee. Komische Sache, mal den Sherlock-Modus anwerfen.

Und jetzt!! Jetzt ist der Moment in dem die Heldin (haha) des Films zum Äußersten zum Maßband greift! 13 Maschen auf 10 cm misst sie an ihrem Pullover. Was steht in der Anleitung? 16 Maschen! Eine Abweichung von ganzen 3 Maschen auf 10 cm ergibt in der großen Runde … viel zu viel!! (Im Film nun die vorangegangenen Momente der möglich gewesenen Erleuchtungen auf die Protagonistin [mich] im Zeitraffer und mit dramatischer Musik einprasseln lassen.) Jetzt wird alles klar! (In der nächsten Einstellung zieht sie [also ich] resigniert die Nadeln aus dem Gestrick und schlägt den Pullover eine Nummer kleiner wieder an.)

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Und hier sind wir nun, der 14 und ich. Ich bin nun fast wieder an der Stelle, an der ich neulich die Nadeln rausgezogen habe. Ausgerechnet, was die kleinste der drei Größen in meiner Maschenprobe an Umfang ergibt, habe ich nach wie vor nicht, irgendwie muss man ja seinen Prinzipien ja treu bleiben. Außerdem kommt dieser Pulli nur in drei Größen und ich will den unbedingt. Ich stricke den jetzt fertig und gut is’. Pro-Tipp: das Garn gar nicht erst ribbeln und wieder wickeln, einfach direkt vom alten Pullover abstricken.

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Die Llama Soft macht das übrigens ganz famos! Im Herstellungsprozess werden die lockigen, kurzen Fasern des Lama-Vlieses vor dem Verspinnen herausgekämmt, so soll das Pilling deutlich reduziert werden. Ribbeln und ein zweites Mal verstricken macht ihr jedenfalls schon mal überhaupt nichts aus, sehr gut!

Ein paar Sachen zeige oder erkläre ich euch noch an dem Pullover, ich lieb den nämlich trotz allem schon sehr! Die Schulternaht fällt hier etwas nach hinten, was ich sehr elegant finde. Ich habe dieses Detail verstärkt, indem ich die Maschen für die Vorderteile von der linken Seite aus aufgenommen habe, so bleibt die Anschlagskante als „Schulternaht“ gut sichtbar. Finde ich sehr dekorativ!

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Das Bündchen für den V-Ausschnitt wird doppelt lang, gefaltet und dann an der Innenseite fest gestrickt. Ich werde an der Faltkante eine Runde linke Maschen stricken, das legt sich dann immer so nett. Die Ärmel werden laut Anleitung ohne Abnahmen gestrickt, ich denke aber, ich werde welche einfügen. Spaghettisoße und so, ich hab da großes Talent.

Und wenn ihr euch jetzt fragt, wie ich denn da so gelassen bleiben und auch noch Witze drüber machen kann? Naja, Nadelstärke 6,0. Das geht ja echt fix. Mir ist so was Ähnliches auch schon mal mit der Sandnes Sunday passiert! Ein Männerpullover, zu Vierfünftel fertig und viel zu groß! Da hatte mich die Maschenprobe (die ich gemacht hatte, sogar in der Runde!) leicht belogen und/oder ich hatte mich verrechnet, weiß auch nicht mehr. Der liegt jedenfalls noch und wartet auf seine Wiedererweckung. Mal schauen, wann das passiert.

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Kommentare

  1. Von nic am 18. Januar 2022:

    Der wird einfach nur genial!

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