Lanesplitter – you rock!

Endlich hat dieser olle Sommer mit seiner Hitze und dem ganzen Sonnenschein ein Ende – jetzt kommt der Herbst! Der Herbst ist für mich die perfekte Zeit zum Stricken: Ich komme bei fluffigen Wollqualitäten nicht mehr ins Schwitzen, habe noch keinen Stress mit der Produktion von Weihnachtsgeschenken und vor allem kann ich anfangen, meine ganzen selbstgestrickten Sachen zu tragen.

Wie viele selbstgestrickte Pullover hast du eigentlich mittlerweile?!, hat mich letztens eine Leserin in meinem privaten Blog gefragt. Oha, dachte ich, wenn jetzt sogar schon Menschen stutzig werden, die nicht in meinen Kleiderschrank schauen können, wirds wohl langsam kritisch. Eine kurze Inventur zeigte, dass die Frage nicht unberechtigt war: 25 Pullover und Strickjacken krochen da aus den verschiedenen Schubladen und Kleiderfächern hervor, ansonsten aber nur noch etwa drei Paar selbstgestrickte Socken, zwei Mützen und natürlich mein Sommertop, das aber nicht als Pullover zählt. Nicht besonders abwechlungsreich!

Natürlich werde ich nicht aufhören, Pullover zu stricken. Aber als erste stricktechnische Amtshandlung des Herbstes sollte dann jetzt doch mal etwas anderes her. Gesagt, gestrickt: ein Rock!

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Der Lanesplitter von Tina Whitmore steht schon seit langem auf meiner To-Knit-Liste. Die Konstruktion ist total einfach, man strickt im Grunde einfach nur ein Rechteck mit zwei abwechselnden Knäueln Farbverlaufsgarn, näht die kurzen Enden zusammen, strickt ein Bündchen an und fertig ist die Kiste. Durch das elastische Muster sitzt der Rock bei jeder Frau perfekt (und vermutlich sogar jedem Mann). Ich sehe in den Ravelry-Projekten wirklich kein einziges Exemplar, das seiner Trägerin nicht hervorragend stehen würde.

Pluspunkt Nummer zwei: Das Muster ist lächerlich einfach und kann sogar noch vereinfacht werden. Die Designerin sieht vor, eine Dreiecksform zu stricken, bis die gewünschte Größe erreicht ist, dann das Teil in der Länge weiter zu stricken und am Ende zum Rechteck zulaufen zu lassen – und das klingt jetzt auch schon komplizierter, als es dann wirklich ist.

Noch einfacher geht es, wenn man direkt ein Parallelogramm strickt, also ein schräges Rechteck. Dafür schlägt man die gewünschte Anzahl Maschen im provisorischen Maschenanschlag an (bei mir waren es 86), strickt so lange im Muster, wie es in der Anleitung ab der Zwischenüberschrift „Straight Section“ beschrieben wird, bis das Strickstück einmal um die Hüfte reicht, und näht dann die beiden Enden per Maschenstich zusammen. Das hat dann den Vorteil, dass die Naht unsichtbar wird und man keine feste Vorder- und Rückseite bei dem Rock hat, folglich auch die Entwicklung popoförmiger Filzflächen verhindern kann.

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Ja, ich gebe es zu. Ich brauche für den Maschenstich jedes vermaledeite Mal meinen Spickzettel …

Zum Schluss werden um den Rand herum Maschen aufgenommen und zum Bündchen hochgestrickt. Für zusätzlichen Halt kann man jetzt noch ein Gummi einarbeiten, bei unflutschigerer Wolle wie der DROPS Big Delight bleibt aber im Wesentlichen alles von selbst da, wo es hingehört. Das Bündchen kann auch noch den praktischen Nutzen haben, ein zu kurz geratenes Röckchen etwas zu verlängern. Wie gesagt – dieser Rock gelingt so gut wie immer!

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Das Grundmuster inklusive Schrägen und Krausrippen ist so simpel, dass man es sich fast schon selbst zusammenreimen kann. Daher kann ich den Lanesplitter allen ans Herz legen, die sich endlich mal an eine englische Anleitung wagen wollen. Selbst wenn ihr euch jeden einzelnen Begriff auf Deutsch auf dem Ausdruck notiert (so habe ich es beim ersten Mal auch gemacht!), bleibt der Aufwand überschaubar und ein Erfolgserlebnis ist so gut wie garantiert. Zur Not helfe ich auch gerne weiter!

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Anleitung: Lanesplitter von Tina Whitmore
Größe: L
Garn: 2× DROPS Big Delight in Fb. 07, sonnenaufgang,DROPS Nepal in Fb. 4399, lila dunkel (für das Bündchen)
Nadeln: KnitPro Rundstricknadeln Stärke 5,0 mm, Wollnähnadel
Modifikation: Provisorischer Maschenanschlag und Beginn ab Anleitungspunkt „Straight Section“ für nahtlosen Look

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Kommentare

  1. Von Christina am 29. September 2016:

    Hallo Nina,

    der Rock steht auch schon lange auf meiner Liste und nach Deinem Bericht hier, werde ich wohl – das erste Mal die Drops Delight bestellen und verstricken – das erste Mal überhaupt einen Rock in Angriff nehmen und zum Schluß hoffentlich so gut darin aussehen wie Du!

    Danke für die unterhaltsamen Artikel
    Schönen Strickherbst noch
    Christina

  2. Von Ute am 29. September 2016:

    Hach, ein wunderschöner Rock, den ich mir auch schon längst gestrickt haben wollte. Da ich noch die Big Delight für einen Cowl hier herumfliegen habe, die mir für meinen zarten Hals aber viel zu kratzig ist, werde ich sie wohl zu so einem hübschen Röckchen verarbeiten. Danke für das Hervorholen aus meiner Gedächtnisversenkung. Dann hat die Big Delight doch noch ihre Bestimmung gefunden. 😀

  3. Von Lisa am 29. September 2016:

    Ich hab bisher immer noch keine Anleitung gefunden die mir für nen Rock wirklich gefällt, das könnte sie werden (:

    Ginge der auch einfarbig, oder sieht das zu langweilig aus?
    Ne Freundin wünscht sich seit Ewigkeiten einen senfgelben Rock, Karisma liegt dafür schon seit über nem Jahr bereit 😀

    • Von Nina am 29. September 2016:

      Hallo Lisa,
      ich glaube, der Rock sieht in allen Varianten super aus! Und die Karisma eignet sich bestimmt hervorragend für einen Rock. 🙂
      Wenn du etwas mehr Action einbringen möchtest, könntest du eine zweite Farbe einbringen, die sehr nah am Senfgelb dran ist, und so eine Ton-in-Ton-Kombi schaffen. Weiß oder Orange zum Beispiel. 😀

  4. Von Beate am 29. September 2016:

    Schöne Anleitung.Inspirierend

  5. Von Elli am 30. September 2016:

    Hallo Nina,
    ich finde, Lanesplitter sehen einfach IMMER super aus, egal welche Farbe und welches Garn. man verwendet Mein erstes richtiges Projekt, als ich Anfang 2014 wieder zu stricken angefangen habe, war ein Lanesplitter. Den habe ich nach Originalanleitunng gestrickt, und er ist für das erste Mal richtig gut geworden. Ein perfektes Projekt für Anfänger also., Obwohl michh die Naht da irgendwie stört. Letztes Jahr hab ich dann meiner Schwester einen nahtllosen zu Weihnachten gestrickt und der ist einfach perfekt. Nun warte ich auf mehr Zeit für mich, damit ich mir selbst auch noch einen stricken kann.
    Einen Lanesplitter zu stricken hat immer eine Erfolgsgarantie und es macht dazu noch Spaß und geht schnell von der Hand..
    Liebe Grüße, Elli

    • Von Nina am 04. Oktober 2016:

      Absolut, liebe Elli! Ich wünschte, ich hätte als erstes Projekt schon den Lanesplitter gestrickt. Das wäre eine viel bessere Erfahrung gewesen als der gruselige Pullover, den ich stattdessen produziert habe …

  6. Von Sandra am 30. September 2016:

    Du hast mich wieder an den Rock erinnert. 🙂 Danke dafür 🙂 🙂 🙂
    Jetzt schreibst du, für Größe L brauchtest du “nur” 2 Knäuel? Im Original wird ja ein Garn mit ähnlicher Laufänge wie die Big Delight verwendet. Und ist bei der kleinsten Größe schon von 4 Knäulen die Rede, oder? Weißt du was ich meine?
    Sorry, Garnmengenberechnung ist nicht so meine Stärke? 🙂
    Liebe Grüße
    Sandra

    • Von Nina am 04. Oktober 2016:

      Des Rätsels Lösung, liebe Sandra: Das in der Anleitung vorgeschlagene Garn hat 50 g pro Knäul, die Drops Big Delight aber 100 g. Also in jedem Fall 200 g Verbrauch. 🙂

  7. Von Katrin R am 30. September 2016:

    Hey, den kenne ich doch!
    Bei Drops gibt es den in der “dünneren” Variante für Delight ohne Big. –> Drops 156-7
    Allerdings gibt es kein Strickbündchen, sondern es wird einfach für ein Gummiband eine Seite nach innen geklappt und angenäht.
    Ich glaube, mit dem dickeren Garn gefällt der mir sogar besser.

    • Von Nina am 04. Oktober 2016:

      Stimmt, Drops hat ein ähnliches Modell für die dünne Delight, in dem auch noch verkürzte Reihen eine Rolle spielen. Mit der Big Delight gehts auf jeden Fall schneller, so viel steht fest! 😀

  8. Von kristina am 22. November 2016:

    Hallo Nina, tatsächlich ein super teil was fast von selbst fertig geworden ist….Aber ich verzweifel grade am bündchen! Gefühlt schon 20 mal neu angefangen , entweder zu weit oder Viel zu eng… hast du einen tipp? habe ebenfalls die big delight und nepal fürs Bündchen verwendet

    • Von Nina am 23. November 2016:

      Hallo Kristina,
      stimmt, bei mir ist das Bündchen auch nicht mehr so spack und der Rock bleibt eher aus allgemeinem Wohlwollen an Ort an Stelle als aus irgendwelchen anderen Gründen. Im Notfall geht immer folgendes: Das Bündchen etwas höher stricken, auf der Innenseite des Rocks umklappen und festnähen. Dann hast du einen Schlauch erzeugt, in den du ein Rockgummi einziehen kannst (idealerweise bevor die Naht geschlossen ist, gell?) – so empfiehlt es auch die Designerin. Plan B: Beim Stricken des Bündchens einen Elastikfaden wie ein Beilaufgarn mitstricken. Da muss man nur schauen, ob es farblich hinhaut, denn die meisten Elastikfäden, die ich bisher in die Finger gekriegt habe, waren immer nur öde weiß.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter!

  9. Von sandy am 03. Februar 2017:

    Hallo Nina!
    Dein Rock ist wunderschön 🙂
    Ich habe aber nur 2 dumme Fragen zum Garn.
    hat der Rock am Pool nicht irgendwann Peel-fussel?
    wie wächst du den. Die BIG delight kann man ja filzen. .. nicht das der Lanesplitter schrumpft.
    Liebe Gruß und große Bewunderung
    Sandy

  10. Von sandy am 03. Februar 2017:

    Po nicht Pool..
    wie wäschst nicht wie wächst. ..
    peinlich man sollte den Text lesen bevor man auf “senden” drückt

  11. Von Sabine Cassel- Bähr am 01. August 2017:

    Liebe Nina,
    Auch mi gefällt Dein Rock sehr gut! Ich würde mir gerne einen stricken, aber hätte ihn gerne sehr viel länger, bis zum Knie. Bislang habe ich das nirgends gefunden- und mein Vostellungsvermögen / meine Rechenkünste reichen lider nicht aus, mir das selbst klar zu machen. Deshalb : siehst Du eine einfache Möglichkeit, den Rock knielang zu machen?
    Herzliche Grüße
    Sabine

    • Von Nina am 02. August 2017:

      Hallo Sabine,
      ich glaube, das ist sogar einfacher, als bei anderen Rockmodellen! Wenn du wie ich mit einer langen Maschenreihe im provisorischen Anschlag beginnst, schlägst du einfach mehr Maschen an. Du kannst entweder vorher ausrechnen, wieviele du brauchst, damit die Schräge die gewünschte Länge ergibt (Satz des Pythagoräääh…ne?), oder du gehst nach Bauchgefühl, indem du dir die Maschenkette im 45-Grad-Winkel anhältst und schaust, ob sie so zu den Knien reicht. Dann alles nach Anleitung und ab die Post. 😉
      Etwas präziser geht es natürlich, wenn du dich an die Originalanleitung hältst und mit einem Dreieck beginnst, das nach und nach breiter wird. Da kannst du dann zwischendurch immer wieder die tatsächliche Höhe messen, was etwas zuverlässiger ist als mit der Anschlagskette zu hantieren. Nimm einfach nach Anleitung Maschen zu, bis zu deine Wunschlänge hast, und mach dann ganz normal weiter.
      Ich hoffe, das hat dir weitergeholfen!
      Frohes Stricken,
      Nina

  12. Von Corinna am 02. August 2017:

    Hallo Sabine und Nina,

    das ist eigentlich recht simpel: Um die zu einer Quadratseite dazugehörige Diagonale zu ermitteln multipliziert man sie mit der Quadratwurzel aus 2.

    Mancher kann sich daran noch erinnern oder rechnet das mit 1,42… am Taschenrechner aus. Manch anderer lebt damit, dass sich bei Mathematikern die Zehennägel rollen und rechnet ganz simpel mit dem Faktor 1,5 🙂

    Für den Lanesplitter rechnest Du dann
    60 (cm Rocklänge) * 1,7 (Maschen pro Zentimeter für die Drops Delight) * 1,5 (Quadratwurzel aus 2) = 153 Maschen
    Mit dem korrekten Faktor wären es 145…

    bzw. misst vielleicht vorher nochmal a) Deinen Vorlagenrock ab dem Bündchen und b) Deine Maschenprobe und passt die Rechnung entspechend an.

    Video für einen provisorischen Anschlag mit einer zusätzlichen Rundstricknadel findest Du unter
    https://www.youtube.com/watch?v=8XIr2GiqjQg

    Faule wie ich, die sich das Zusammennähen sparen möchten, fädeln am Ende jeweils abwechselnd eine Masche von beiden Seiten (Anschlag und Endreihe) auf eine Nadel und starten dann von der Fadenlosen Seite damit immer eine Masche über die andere zu ziehen, ohne diese zu stricken. Voila, eine Flachnaht.

    viel Spass
    Corinna

  13. Von Liese lKabierschke am 08. August 2017:

    ich würde gerne den Rock stricken, weiß abaer nicht wieviel Maschen ich für Größe L anschlagen soll.
    Wird der Rock im Dreieck gesgtrickt?
    Es wäre nett, wenn ich die Anleitung bekommen könnte.
    Vielen Dank im voraus.

  14. Von Karin Stenke am 08. Februar 2019:

    Hallo Nina, ich möchte gerne den Lanesplitter stricken, weiß aber nicht, wie der Maschenstich auf dem dritten Foto funktioniert.
    Kannst du mir bitte eine Anleitung dazu schicken ?
    Vielen Dank für deine Hilfe
    Liebe Grüße
    Karin Stenke

    • Von Nina am 08. Februar 2019:

      Hallo Karin,

      schau dir doch mal Antjes Anleitung hier im Blog an. Sie hat den Maschenstich wunderbar erklärt: https://www.lanade.de/blog/grafting/

      Viele Grüße
      Nina

  15. Von Katja am 01. April 2019:

    Hallo Nina
    ich habe mich auch an den Rock gewagt und frage mich bei Größe 36 wieviel cm lang, in etwa, man die Raute Stricken muss.
    Hüftumfang ist 94, dann ist nur die Taille sehr weit.. was meinst Du? Eher etwas kürzer die Raute Stricken oder nachher beim Bund weniger Maschen aufnehmen?
    Lieben Gruß Katja

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