Ringel, Ringel, Runde – Helix Knitting

Helix knitting beziehungsweise helical knitting – das klingt ziemlich abgespaced und ist sowohl einfach als auch genial. Bei dem Wort Helix habe ich ja immer sofort die DNA-Schemazeichnungen aus dem Biounterricht vor Augen. Aber keine Sorge, mit komplizierten DNA-Doppelhelix-Strängen, Mitochondrien oder Zellteilung hat das hier nichts zu tun. Eine Helix ist ja nichts anderes als eine Spirale – oder eine gute Fee! –, und dieses Bild beschreibt die Methode wirklich hervorragend.

Bild für Beitrag „Helix Knitting“ 1

Wie die Überschrift schon verrät, geht es um das Stricken von Ringeln respektive Streifen in Runden. Stellt euch vor, ihr wollt eine geringelte Mütze stricken und die Farbe soll in jeder Runde wechseln. Das klingt hübsch, aber die Perfektionistin in mir denkt dabei sofort an die unschönen Farbübergänge – was wäre es toll, wenn die einfach nicht da wären, einfach weg, einfach unsichtbar …

„Huhu, ich bin die gute Strickfee Helix und erfülle dir einen Wunsch, weil bald Weihnachten ist!“ – „Wie, ernsthaft? Du zauberst mir die Übergänge weg? Danke, liebe Strickfee Helix!“

Glaubt ihr nicht? Doch, doch, die liebe Helix hat nicht übertrieben, sie kann die Farbübergänge wirklich einfach so wegzaubern. Schaut her:

Bild für Beitrag „Helix Knitting“ 3

Unten habe ich die Rundenübergänge ganz normal gestrickt, indem ich die Farben am Rundenanfang einfach abgewechselt habe. Auffällig sind die Treppchen auf der Vorder- und die entstehende Naht auf der Rückseite. 

Oben im Bild ist Strickfee Helix einmal mit ihrem Farbübergangseliminierungszauberstab über das Strickbild gewedelt. Oder anders ausgedrückt: Ich habe den Farbwechsel in jeder Runde verschoben, dadurch entfallen Treppchen und Naht. 

So geht der Farbübergangseliminierungszauber

Bild für Beitrag „Helix Knitting“ 2

Den Rundenanfang mit einem Maschenmarker markieren.

1. Runde: Mit Farbe A bis 3 Maschen vor Rundenende stricken. Die letzten drei Maschen auf die rechte Nadel überheben.

2. Runde: Mit Farbe B bis 3 Maschen vor den Farbwechsel stricken. Die letzten drei Maschen auf die rechte Nadel überheben.

3. Runde: Mit Farbe A bis 3 Maschen vor den Farbwechsel stricken. Die letzten drei Maschen auf die rechte Nadel überheben.

Runde 2 und 3 sooft wie gewünscht wiederholen.

Der Rundenübergang verschiebt sich dabei in jeder Runde um drei Maschen nach rechts und wird dadurch komplett unsichtbar. Genial, oder? Da sage noch mal jemand, es gäbe keine Wunder. Übrigens sind diese übergehobenen Maschen keine echten Hebemaschen, in der jeweils folgenden Runden werden sie ja mit der anderen Farbe abgestrickt.

Dieser tolle Zaubertrick funktioniert auch super für das abwechselnde Stricken handgefärbter Garne. Ihr wisst schon, diese (meist) ungewollten Farbblöcke oder Pooling, welches gerne mal entsteht, wenn man Handgefärbtes wie Malabrigo oder Madelinetosh verstrickt. Antje hat hier im Beitrag schon ausführlich darüber berichtet.

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Kommentare

  1. Von Susanne am 27. November 2018:

    Hallo Nora,

    das ist wirklich wie Zauberei!! Das muss ich unbedingt testen, ich liebe Ringel total und habe schon alle möglichen Tricks ausprobiert- am besten wurde es immer noch mit diesem Masche-darunter-mit-abstricken-Trick, der aber nur funktioniert wenn man mehr als 1 Reihe pro Ringel hat und der auch nicht wirklich unsichtbar, sondern nur bisschen weniger treppig ist ;-)… ich freu mich schon auf den Test!! Danke für den genialen Trick (ah nee, hack sagt man ja jetzt, gell? ;-))!

    Liebe Grüße,
    Sue

    • Von Nora am 28. November 2018:

      Ich habe mich auch so über diese Technik gefreut, als ich sie entdeckte. Viel Spaß mit dem häääck 😉

  2. Von Dagmar am 27. November 2018:

    Hallo Nora,
    Helix ist super. Vor allem, um 2 handgefärbte Stränge abwechselnd zu stricken. Ich habe bei meinem Lanvad geflucht über die hochgezogenen Fäden. Und mir Strategien überlegt, wie ich diese Fäden beim Rollkragen am besten verstecke. Glücklicherweise habe ich rechtzeitig Helix-Knitting entdeckt. Und wieder geflucht mit dem Reihenversatz durch die Hebemaschen. Hatte schließlich ein nicht unkompliziertes Zopfmuster mit 2 Hilfsnadeln zu managen.
    leider bin ich erst danach draufgekommen, dass es den Reihenversatz nicht braucht. Du strickst einfach bis zur letzten Masche der vorherigen (= nächsten) Farbe. Und anstatt wie beim „normalen“ Farbwechsel die Fäden zu verkreuzen, lässt du den aktuellen Faden rechts liegen und holst den neuen Faden von links. Dadurch werden die Fäden nicht verkreuzt und du hast eine Spirale ohne Übergänge. Für 2 Farben perfekt. Bei mehr als 2 Farben würde ich wahrscheinlich zum verhassten Nadelspiel greifen und die Farbwechsel an den Nadelübergängen platzieren. Sonst wird das am Ende eine hässliche Stufe 😉
    LG, Dagmar

    • Von Apfelsine am 28. November 2018:

      Das funktioniert doch aber nicht wirklich bei 2 völlig verschiedenen Farben? Damit umgehe ich ja nicht das Problem, dass man den Farbwechsel an immer der selben Stelle so deutlich sieht?
      Bei 2 Strängen der gleichen Farbe im Wechsel mag das funktionieren.

    • Von Doro am 28. November 2018:

      Doch, Apfelsine, die einzigen Übergangsstellen, die man sieht, sind der Beginn der Spirale und das Ende. Wie in dem Foto ganz oben in der oberen Hälfte.

    • Von Nora am 28. November 2018:

      Du bist ja super Dagmar 🙂 Ich habe deine Variante grade getestet und es funktioniert – wenn man die Fäden nicht zu feste anzieht – hervorragend! Auch bei zwei komplett unterschiedlichen Farben.

    • Von Laura am 12. Dezember 2018:

      Danke Dagmar,
      so habe ich das bei 2 Farben auch schon mal gemacht, das klappt! 🙂

  3. Von Ulli am 27. November 2018:

    Und bei Mustern bzw. Abnahmerhythmen? Könntest Du dazu bitte nochmal was sagen?

    • Von Nora am 28. November 2018:

      Hallo Ulli, lies dir mal die Beiträge von Doro und Dagmar durch. Sie haben eine Variante vorgestellt, bei der die Farbwechsel nicht verschoben werden und Muster/Abnahmen ganz normal mitgestrickt werden können 🙂

  4. Von Doro am 28. November 2018:

    Ich habe das bei einem Pullover wie Dagmar gemacht, jede Runde mit einer Farbe bis zur letzten Masche, dann Faden fallen lassen und den Faden der zweiten Farbe nehmen. Die Wechselstelle war bei mir ein wenig fester als der Rest, wahrscheinlich habe ich die Fäden zu doll nachgezogen. Gleicht sich beim Waschen aber alles aus.
    Abnahmen und Muster sind dann ganz normal. Wenn z.B. am Ärmel die Abnahmen vor und nach dem Rundenübergang (Wechselstelle der Farben) sind, habe ich eine Masche vor bzw. nach dem Wechsel die Abnahmen gemacht. Dann ist zwar eine Abnahme in Farbe A und die andere in Farbe B, das fällt aber überhaupt nicht auf.

    • Von Nora am 28. November 2018:

      Danke Doro, ich habe es grade getestet und es funktioniert hervorragend 🙂 Den Faden muss man bei dem Übergang wirklich schön locker lassen, dann klappts super.

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