Semilla Cablé Olé!

Hach, ich freu mich. Heute darf ich euch nämlich etwas über die Semilla Cablé erzählen. Die ist genau wie Semilla, Semilla Pura und Semilla Melange von BC Garn und neu bei uns im Shop – geht sie euch mal angucken, wenn ihr sie noch nicht gesehen habt! Oder wir schauen uns zusammen das Garn gleich hier aus der Nähe an:

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Habt ihr gesehen? Die Semilla Cablé ist ein Kettgarn, also eine ganz feine I-Cord-Wurst, wie wir sie vermutlich alle als Kinder mit der Strickliesel produziert haben. Meine erste Reaktion beim Erstkontakt mit diesem Garn war so in etwa: … aha. Und meine zweite Reaktion: Braucht man das, wenn es schon Semilla, Semilla Pura und Semilla Melange gibt?

Es hat sich dann recht schnell herausgestellt: Ja, doch. Das braucht die Welt unbedingt!

Semilla Cablé hat nämlich eine – für mein Empfinden – einzigartige Haptik. In meinen Jahren als Strickerin und Häklerin habe ich ja nun einige Garne in den Händen gehabt, darunter auch so manche Kettgarne. Von anderen Herstellern kannte ich diesen Garntyp bisher immer nur mit Anteilen von Seide, Kaschmir oder Alpaka und mit dem Ziel, diesen sehr geschmeidigen Fasern durch diese Spinntechnik etwas Struktur zu verleihen. Gerade Seide und Alpaka können nämlich als klassisch verzwirnte Garne sonst schnell lappig und platt werden.

Bei der Semilla Cablé allerdings haben wir nur diese weiche und trotzdem robuste Schurwolle, die auch im Rest der Semilla-Familie zu finden ist. Keine Seide, kein Kaschmir, keine Kinkerlitzchen. Das verleiht dem Garnschlauch eine ganz wundervolle Griffigkeit, die ich so noch nie erlebt habe. Auch wenn ich es immer schön finde, wenn ich weiche Merinowolle verstricke, hatten meine Hände richtig Spaß daran, die Semilla Cablé zu verarbeiten. Irgendwie habe ich es dadurch auch geschafft, einen kompletten Pullover in nur etwas über einer Woche fertig zu kriegen. Ich habe keine Ahnung, wie ich das gemacht habe!

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Ausgesucht hatte ich mir das Modell „Franca“ von Regina Moessmer, weil es tatsächlich von der Designerin für dieses Garn entworfen wurde. Regina Moessemer hat auch an der Entwicklung der Farbpalette des Garns mitgearbeitet, was mir die Farbwahl für den Pullover allerdings nicht einfacher gemacht hat. Das schöne gedeckte Dunkelrot Wild Ginger musste es auf jeden Fall sein, aber mit welcher Kontrastfarbe? Die sind alle so toll!

Am Ende habe ich mich vom Profi beraten lassen, sprich: von Carolin. Sie hat mir Old Rose für den Streifen mit dem Zopfmuster empfohlen – eine Farbe, die mich in Garnform etwas skeptisch gemacht hat, aber am Pullover dann großartig passte. So gut, dass ich auf die zweite Kontrastfarbe für die Bündchen verzichtet habe, damit der Pullover ganz friedlich Ton in Ton bleibt.

Die Anleitung hat mir sehr gut gefallen, obwohl es sich auf den ersten Blick um einen relativ einfachen Raglanpullover handelt, der von oben nach unten in einem Stück gestrickt wird. Regina Moessmer hat sich aber an vielen Stellen Gedanken gemacht, um die Passform zu verbessern. So gibt es zum Beispiel verkürzte Reihen, um den Ausschnitt nicht nur vorne, sondern auch im Nacken etwas zu runden. Und ein paar unauffällige Zunahmen an den Schultern, damit der Pullover die Rundung etwas besser mitmacht. Bravo!

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Beim Streifen in der Kontrastfarbe hatte ich vorab etwas Sorge, dass das Zopfmuster den Pullover etwas zusammenziehen und mir so eine kleine Rüsche verleihen könnte. Völlig unbegründet. Denn zum einen hat die Designerin auch hier mitgedacht und eine unauffällige Zunahme im Muster versteckt. Und zum anderen ist das Garn so kooperativ und flexibel, dass es das Zopfmuster ohne zu murren mitmacht.

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Mein Tipp ist übrigens, bei diesem Garn eher stumpfere Nadeln zu nehmen. Meine KnitPro-Symfonie-Nadelspitzen fand ich ideal, während ich mit den ultraspitzen Chiaogoo-Nadeln immer wieder versehentlich im I-Cord-Gewebe des Garns hängen geblieben bin. Wer beim Stricken mehr hinsieht und weniger quatscht als ich, hat aber vermutlich auch mit anderen Nadeln Erfolg.

Nach dem Bad hat mein Pullover dann noch minimal an Länge gewonnen, aber seine Griffigkeit behalten. Nicht merinoweich, aber auch nicht kratzig – einfach genau richtig und durch die Garnstruktur schön langlebig. Ich bin ein Fan der Semilla Cablé!

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Anleitung: Franca von Regina Moessmer, Größe S
Garn: BC Garn Semilla Cablé, 7× Farbe 06, Wild Ginger, 2× Farbe 05, Old Rose
Nadeln: KnitPro Symfonie Nadelspitzen und Nadelspiel in 3,5 mm (3,0 mm für die Bündchen)

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