Wie man den gestreiften Löwen bändigt – ein Testbericht über die Lazy Lion

Heute möchte ich euch mein neues Lieblingsgarn vorstellen, die „Lazy Lion“ von Kremke Soul Wool. „In the jungle, the mighty jungle the lion sleeps tonight, … uuuiiiiiiiiiiiouoiuuiiammammaeeehhh …“ Dieser Ohrwurm stellt sich bei mir immer automatisch ein, wenn ich diesen Namen lese, aber hey, irgendwas ist ja immer!

Abgesehen vom Ohrwurm ist diese Wolle einfach nur unfassbar fantastisch! Sie stammt von südafrikanischen (daher der Name) Merinoschafen und ich bin sehr sehr begeistert. Ich weiß nicht, ob es nur an der Witterung liegt, oder ob den Schafen was ins Futter gemischt wird – Weichspüler? –, so weiche Wolle wie die Lazy Lion hatte ich ungelogen noch nie in der Hand! Und das soll eine Sockenwolle sein?

Richtig, es ist eine astreine Sockenwolle mit 25 Prozent Nylon-Anteil neben 75 Prozent besagter südafrikanischer Merinowolle. Eindeutig Sockenwolle, sie ist für Ringelsocken gefärbt!! Ich bin ja seit dem Erwerb des Mini-Sets sowieso im Sockenwahnsinn, und geringelte Socken finde ich einfach großartig. Die Lazy Lion ringelt ganz automatisch in den allerschönsten Farben!

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Modell: Tipsy Toes von Sibyl R., Größe L
Garn: Lazy Lion Farbe 006, Deep Water
Nadeln: ChiaoGoo Edelstahl 2,0 Millimeter

Und jetzt kommt der Clou: Sie ist nicht nur ungeheuer weich, sie ringelt euch auf Wunsch auch noch verschiedene Farbvariationen auf die Socken! Aus einem Strang könnt ihr euch, je nach Belieben, zum Beispiel ein Paar braun-gelb-türkis geringelte Socken machen oder ein Paar blau-grün geringelte!

„Ja, aber … aber … aber … wie??“ Ganz einfach und ganz gewitzt eigentlich. Der Strang ist so gefärbt, dass sich die Farbabfolge erst nach 210 Metern, also 50 Gramm wiederholt. So einfach, so genial! Um zwei gleiche Socken zu erhalten, wickelt man, nachdem man den ersten Socken fertig gestrickt hat, so lange vom angefangenen Knäuel ab, bis es noch 50 Gramm wiegt und man wieder am Beginn der Farbabfolge ist. Dann geht es weiter. Oder man wickelt direkt zwei Knäuel à 50 Gramm, das geht auch.

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In Größe 38/39 schafft man mit einem Strang sogar ein Paar normale Socken und noch dazu ein Paar Sneaker-Söckchen ohne Schaft. So ergiebig ist die! Und diese phänomenale Ringelparade könnt ihr in acht verschiedenen Farbgebungen stricken!

Seit Neuestem gibt es dieses Garn auch noch in fünf Semi-Solid-Farben, ohne Ringel. Für die Füße eigentlich zu schade, diese superweiche und wunderschön gefärbte Wolle. Was also tun? Na klar, wir stricken einen Pullover daraus! Das Modell „Sock Arms“ von Stephanie Lotven ist wie gemacht für dieses Garn. Zuerst wird der Body einfarbig von unten nach oben gestrickt und dann kommen die Ärmel in Ringelsockenwolle dran. Ich habe mich geopfert und die Wolle mit diesem Modell für euch getestet. So heroisch bin ich 😉

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Dieser Pullover war ein absoluter Genuss-Strick! Runde um Runde mit der weichen und sehr schön gefärbten Semi-Solid-Wolle zu stricken, ein paar Ab- und wieder Zunahmen für die Taillierung und schon war ich unter den Armen angekommen. Hier wird die Arbeit geteilt und Vorder- und Rückenteil getrennt fertig gestrickt. Hab ich auch schon lange nicht mehr gemacht, hat aber durchaus was für sich. Und dann, wenn der Body fertig und die Schulternähte geschlossen sind, dann kann man sich auf die Ärmel freuen! Genau, auf die Ärmel freuen! Ich schwöre, so war es! Bye-bye, Ärmel-Misere!

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Die Armkugel wird mit einer gewitzten Abfolge verkürzter Reihen eingestrickt und der Ärmel dann einfach glatt in der Runde runter. Meine innere Miss Monk musste sich kurz daran gewöhnen, dass die Streifen oben alle unterschiedlich breit sind, aber war dann bald überzeugt. Als der Ärmel ungefähr so aussah, als sei er bald fertig, habe ich das Knäuel kurz auf die Küchenwaage gelegt und siehe da: Es waren noch genau 53 Gramm übrig. Drei Gramm habe ich fix abgewickelt und damit den Ärmel fertig gestrickt.

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Mit dem neuen Knäuel dann ohne weiteres Federlesen den nächsten Ärmel angefangen, et voilà: fast identisch! Miss Monk hat jedenfalls nicht einmal die Stirn gerunzelt 🙂

Die Anleitung ist sehr gut geschrieben, genau richtig in der Ausführlichkeit. Es gibt Links zu empfohlenen Techniken und eine Seite mit Tipps und Tricks bezüglich Taillierung, Wahl des Garns und nachträglichen Ausbesserungsmöglichkeiten. Sehr empfehlenswert!

Der fertige Pulover ist unfassbar weich, sehr leicht und sieht einfach nur fantastisch aus! Ein dünnes, aber wärmendes Teilchen, geht im Herbst und Winter bestimmt ohne Probleme drinnen zu tragen, im Sommer schützt er vor kühlem Lüftchen in der Abendstunde oder Mückenstichen bei der Gartenarbeit. Das Sockengarn ist in der Maschine waschbar und hält durch den Nylon-Anteil einiges aus. Es gibt übrigens auch ein Kindermodell.

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Modell: Sock Arms von Stefanie Lotven
Garn: ganz genau 2× Lazy Lion Semi-Solid, Farbe 005 Royal Blue, 1× Lazy Lion Farbe 003, Venetian Glass
Nadel: ChiaoGoo Edelstahl 2,5mm

Da meine Maschenprobe deutlich abweichend vom Original war, habe ich eine Größe größer (XL) gestrickt, damit er mir (L) passt. Und dann ist etwas passiert, was ich noch nie, nie, nie erlebt habe:

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Eine Punktlandung. Das ist der Rest. Das ist ernsthaft alles, was übrig geblieben ist. Zur Not hätte ich noch die Maschenprobe ribbeln können, aber das war nicht nötig. Ein sehr gelungener Abschluss für einen sehr gelungenen Pullover!

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Kommentare

  1. Von Heike am 22. Juni 2019:

    Coole Idee mit den Ärmeln!!!

  2. Von Martina am 24. Juni 2019:

    Prima Beitrag, sehr überzeugend 🙂
    Jetzt habe ich die Besonderheit dieses Garns verstand!

  3. Von Brigitte am 17. Juli 2019:

    Der Pullover sieht umwerfend aus und macht lust zum Nachstricken. Man könnte ihn mit einem kurzen Rock tragen und dann passende de Ringelstrümpfe dazu.

    • Von Sarah am 18. Juli 2019:

      Hallo Brigitte! Also die Idee mit einem Paar Kniestrümpfe aus der Lazy Lion schleicht irgendwie auch schon länger durch meinen Kopf! Müsste von der Länge gut passen…

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