SoSu Mystery KAL

Es ist wieder soweit: Morgens im Dämmerlicht aufstehen, wieder tonnenweise Kinderjacken an die Garderobe hängen und stattdessen den Koffer, den man gepackt hatte, um spontan nach der Arbeit nach St. Tropez fliegen und baden zu können, ausräumen und mit Abschiedskuss im Schrank verstauen. Die letzten Erdbeeren im Garten sind abgefressen – wenn man Glück hat von einem selbst, wenn man Pech hat von einer fiesen Nacktschnecke – und, was soll ich sagen, auch der Regen ist nicht mehr so warm wie noch im Juli.

Natürlich hat der Herbst auch wunderschöne Seiten, aber so richtig bereit dafür bin ich noch nicht und deswegen lasse ich heute noch mal den Sommer aufleben! So richtig hell, bunt, fröhlich und mit Eis am Stiel! Wenn schon, denn schon 😉

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Im frisch verblichenen Sommer dieses Jahres hat Susanne Sommer(!), passionierte Strickerin und Strickdesignerin aus Österreich, zum ersten Mal zum Mystery-KAL geladen. Susanne, bei Ravelry auch bekannt als Sosu, hat eine Vorliebe für ungewöhnliche Konstruktionen, Strukturen und, sagen wir einfach, Farben.

Ihre Anleitungen sind dabei sehr verständlich und einprägsam geschrieben (und übrigens allesamt in deutsch und englisch erhältlich), sodass das Stricken bei ihr in der Regel richtig Spaß macht. Sehr gute Voraussetzungen um sich auf ein MKAL-Abenteuer einzulassen. Fanden übrigens auch Sarah und Carolin!

Den Farbempfehlungen folgend – zwei Hauptfarben mit viel Kontrast und dazu gern eine Multicolor-Kontrastfarbe – entschied ich mich für Malabrigo Mechita, 057 English Rose und Madelinetosh Tosh Merino Light, Filtered Light und dazu Madelinetosh Tosh Merino Light, Video Baby. Holla die Waldfee, das nenn’ ich Multicolor!

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Es folgten teilweise ziemlich anspruchsvolle Strickherausforderungen in vier kleinen KAL-Häppchen die jeweils freitags bei Ravelry serviert wurden und alle Versprechungen hielten, die die Ankündigung gemacht hatte. Es gab einfarbiges Patent, zweifarbiges Patent mit Knit-’n-slide-Einschüben, Perlmuster, Kraus-rechts-Passagen, verkürzte Reihen, I-Cords und am Ende der ersten zwei Wochen ein paar ziemlich stolze Gesichter nach dem Meistern der gegengleichen Patentdreiecke. Schaut mal:

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Toll, oder? Zu allen technisch anspruchsvollen Passagen gab es übrigens Video Tutorials und jederzeit Hilfe von Susanne selbst, das hat sie richtig gut gemacht. Die letzten beiden Wochen waren dann weniger nervenaufreibend und auch ohne Safety Line oder zumindest dem andauernden Gefühl, eigentlich mal eine Safety Line ziehen zu müssen, zu bewältigen. Und bevor man meckern konnte, dass es jetzt langweilig wird, war das mysteriöse Teilchen auch schon fertig und richtig groooß.

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Geht zur Not auch als Picknickdecke oder als kleines Sonnensegel 😀 Die asymmetrische Form erinnert ein bisschen an das berühmt-berüchtigte Color Craving Tuch und lässt die bekannte Frage „Und wie trag ich das jetzt?“ aufkommen, die niemand besser beantworten kann als Stephen West. Kurzzusammenfassung: Nich’ lang schnacken, Tuch um’ Nacken! Tüdel, tüdel, fertig!

Wenn ihr das erstmal ausprobieren wollt, bevor ihr euch dran traut: sehr gerne! Mysteries, She Wrote, so hat Susanne das MKAL-Tuch nach der vollständigen Veröffentlichung genannt, hängt in Prerow in unserem wunderschönen kleinen Laden und freut sich auf eine abenteuerliche Begegnung mit euch 🙂

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Modell: „Mysteries, She Wrote“ von Susanne Sommer
Garn: je ein Strang Malabrigo Mechita, 057 English Rose und Madelinetosh Tosh Merino Light, Filtered Light und Video Baby
Nadel: KnitPro Marblz Rundnadel 4,0 mm

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Kommentare

  1. Von Britta D. am 12. September 2017:

    Respekt vor Deinem Mut und Deinem technischen Können.

  2. Von Jana Maschenbunt am 12. September 2017:

    Es ist sooooo wunderschön geworden dein Tuch!!! Nun habe ich direkt Lust, es nach zu stricken

  3. Von Sandra am 12. September 2017:

    Der sieht echt geil aus!

  4. Von Carla am 12. September 2017:

    Wow, das ist so schön. Irgendwann werde ich mich noch mit Brioche beschäftigen, aber im Moment habe ich einfach keine Zeit.

  5. Von Britta D. am 13. September 2017:

    die Frage „wie trägt man das“ stellt sich auch mir. so, wie Du es jetzt auf dem Foto dekoriert hast ist es doch anscheinend so, daß Du bei Wärme vorne, wo man es nicht so braucht einen dicken „Latz“ hast, eine dicke Wurst um den Nacken und der Rücken und die Schultern, die eigentlich am empfindlichsten sind, sind „nackig“…. Hat diese Form eigentlich einen echtem Gebrauchswert? Das ist mit diesem Teil von SW genauso. Ich finde Tücher sowieso schwierig, und diese seltsame Form macht mich ratlos….

    • Von Antje am 13. September 2017:

      Hm jaa, damit stehst du nicht alleine da, ich hatte es im Text ja auch schon angesprochen. Wenn du auf den Link unter dem letzten Foto klickst, kannst du auf der Ravelry Seite noch weitere Tragevarianten anschauen. Und ansonsten hilft es glaube ich auch, das ganze überwiegend als schön anzusehendes Teil für angenehme Tage denn als überlebenssicherndes Kleidungsstück im tiefsten Winter zu betrachten 🙂

  6. Von Britta D. am 13. September 2017:

    Ich glaube, du hast mit Deiner Verwendung als Ausstellungstück den perfekten Einsatz gefunden, in jedem Fall finde ich Dein Können beim Brioche meisterhaft gelungen, das könnte ich nie, es ist ein tolles Anschauungsstück für Dein Können und Deine Geduld.

    die verlinkten Tragevarianten habe ich mir angesehen und bleibe ratlos,
    ….. und mein Eindruck der anderen Modelle war: noch „Westiger“ als das Original SW…ich würde nicht eines davon stricken

  7. Von Petra P. am 14. September 2017:

    also, ich frage mich auch, wie trägt man diese Strickstück ? Nicht alles Moderne ist auch tragbar und das gehört definitiv dazu. Schöne Dreiecktücher sind da mein Favorit, da habe auch ich mir etliche gestrickt. Die halten mich vor allem am Rücken schön warm, am Hals mag ich es frei haben.

  8. Von Britta D. am 14. September 2017:

    ich würde das Tuch wahrscheinlich weiterstrickend ergänzen und die lange Kante mit den gegengleichen Dreiecken als Mittellinie nehmen und auf der anderen Seite nochmal die gleiche Größe ergänzen, z.B. mit dem Multicolor als „Mittelstreifen und den Rest komplett nur geringelt. Dann wäre als als xxl Dreieckstuch alltagstauglich 🙂 und vielleicht sogar überlebenssichernd :-))))

  9. Von Brigitte am 24. September 2017:

    Gibt es eigentlich die Anleitung von Stephen West für Exploration Station mkal 2014 auf deutsch?

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