Leinen los! Ein Testbericht über die BC Lino

Und schon wieder zwei neue Mitglieder der BC-Familie bei uns im Onlineshop! Die ersten beiden waren echt zu allein, das konnten wir so nicht lassen, die armen Knäuelchen! Und so kam dann auch noch die feine, elegante, etwas eigensinnige Schwester der BC Alba zu uns ins Lager, die BC Lino! Und sie kam auch zu mir, denn ich habe sie für euch getestet.

War es Liebe auf die erste Masche? Ganz ehrlich? Eher nicht so … Leinen ist halt keine Wolle. War es Liebe auf die dritte Masche? Auf jeden Fall! Für ein ein reines Leinengarn fühlt sich die Lino sehr fein, glatt und, im Rahmen ihrer leinenen Möglichkeiten, anschmiegsam an.

Da hatte ich schon Paketschnüre in der Hand, da verging einem gleich alles. Aber die Lino? Doch, ich denke, wir können gute Freunde werden! Leinen ist etwas widerspenstig, hat ihren eigenen Kopf und verhält sich nicht, wie man es erwartet. Kommt mir das bekannt vor? Mal in den Spiegel schauen 😉 Und so haben wir uns kennen und lieben gelernt, die BC Lino und ich!

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„Kochen ist nicht Backen“, sagen die Köche immer. Klar, sonst könnte es ja jeder! Wenn man ungefähr weiß, was man tut, kann man mit Wolle einfach los stricken, irgendwas Hübsches wird schon draus werden. Wie beim Kochen: „Ach, hier noch was Petersilie, zwei Paprika sind auch noch da, Nudeln von gestern müssen weg, und was liegt da hinten im Kühlschrank? Eine Frühlingszwiebel und Parmesankäse! Olivenöl nach Gusto … Simsalabim, köstliche Gemüsepfanne!“

Das geht beim Backen natürlich nicht. Backen erfordert Planung, Konzentration und Präzision! Rezept raussuchen, Waage raussuchen, Mehl sieben, ist es auch nicht zu schwül für Baiser? Und wenn man alles richtig macht: köstlicher Kuchen!! Ich liebe Kuchen!

Und auch die BC Lino braucht etwas Liebe, Zuwendung und Geduld. Mit ein paar Tricks lässt sie sich einwandfrei bändigen und wird der Grundstoff für euer nächstes Lieblings-Sommer-Oberteil, versprochen!

Trick 1: Das richtige Modell

Ein luftiges Sommertop, was sonst? Achtet bei der Wahl des Modells darauf, dass Leinen mit der Zeit gern in die Länge wächst. Plant das beim Stricken schon mit ein oder arbeitet ein „Top Down“-Modell, was ihr bei Bedarf im nächsten Jahr einfach etwas kürzen könnt! Ich habe mich für das Modell „Alice“ entschieden, ein witziges Oberteil mit weiten, leicht gepufften, kurzen Ärmeln und gerafftem Schößchen hinten. In einem Stück von oben nach unten gestrickt! Außerdem ist das ein geheimer Spitzname von mir 🙂

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Trick 2: Die richtige Fadenspannung

Wie Nina damals bei der J&S berichtet hat, ist auch bei Leinen mehr Zug nötig, als man so von weicher Merinowolle gewöhnt ist. Für lässige Locker-Strickerinnen wie mich eine echte Herausforderung und Umgewöhnung, aber nach den ersten paar Reihen geht es problemlos. Gegebenenfalls die Nadelstärke etwas nach unten korrigieren – siehe Trick 3.

Trick 3: Maschenproben

Was? Proben? Plural? Japp. Macht ruhig zwei oder drei, bis ihr die richtige Nadelstärke für euer Projekt gefunden habt. Ganz wichtig: Die Proben waschen! Und zwar nicht für 10 Minuten in handwarmem Wasser dümpeln lassen wie sonst, sondern wirklich in die Maschine stecken. Die BC Lino hält Feinwäsche mit 40 Grad sehr gut aus. Danach kann man beurteilen, wie sie sich beim Waschen verändern und später verhalten wird. Schon mal vorab: It’s like magic!

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Trick 4 (optional): Zwischendurch waschen. Also das Strickstück 😀

Wer sein Oberteil zwischendurch mal zum Anprobieren überzieht und sich darüber ärgert, was hier und da so überall absteht, sich widerspenstig beult und wellt und überhaupt sich die Passform so gar nicht beurteilen lässt, dem sei gesagt: die Elefantenmethode lässt sich auch gut zwischendurch mal anwenden. Das gute Stück auf einen Hilfsfaden oder wasserfeste Plastikschnüre ziehen, für 20 Minuten ins Wasser legen, ausdrücken, trocknen lassen, anprobieren, lächeln.

100-prozentig wie nach der Maschinenwäsche wird es sich nicht verhalten, siehe Punkt 3, aber es gibt schon mal einen sehr guten Hinweis auf das Endergebnis. Leinen ist ein umgekehrter Gremlin, sie braucht einfach den Kontakt mit Wasser, um ihre volle Schönheit zu entfalten! Weil ich so eine unvorstellbar faule Strickerin bin, habe ich das nicht getan und einfach darauf gehofft, dass alles gut wird.

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Und so kam es dann auch! Lino, Alice und ich sind die besten Freundinnen geworden und ich überlege fieberhaft, was ich mir als nächstes aus der BC Lino stricken oder weben könnte! Nach der finalen Wäsche ist die Alice so elegant und locker fließend geworden, das schafft echt nur Leinen. Die ohnehin schon unfasslich tolle Farbe Petrol glänzt wunderschön, aber überhaupt nicht aufdringlich.

Dieses gestrickte Top kann man auch im Hochsommer prima tragen, bei frühsommerlichen Temperaturen auch mit einem Shirt darunter. Und wenn es bei großer Hitze ein paar Falten wirft? Einfach mal fix samt Top unter den Gartenschlauch gestellt, zack, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Naja, oder das dann doch besser nicht.

Fazit

Das Strickgefühl ist am Anfang etwas ungewohnt. Nachdem man die BC Lino aber erst ein paar Minuten in der Hand hatte, wird sie schon merklich weicher und lässt sich prima verarbeiten, man hat sich schnell daran gewöhnt. Wenn man weiß, wie man mit der BC Lino umzugehen hat, ist es ein uneingeschränkt empfehlenswertes Garn, aus dem man wirklich tolle Sachen machen kann!

Mit dem Beachten der oben beschriebenen Tricks habe ich ein absolutes Lieblingsstück gestrickt, was ich sehr gerne trage! Und jetzt, wo es endlich mal richtig sommerlich heiß ist, noch viel lieber! Die nächsten Teile sind schon in Planung. Ich habe so Gedanken von einem schlichten Raglanpullover in Taupe mit Streifen in Petrol. Den werde ich mit einer etwas größeren Nadel stricken, damit er schön luftig wird und dann angeberisch damit am Strand umherspazieren. Guter Plan!

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Modell: Alice von Hiroko Fukatsu
Größe: L, um M zu erreichen
Garn: BC Lino, 7 Knäuel in Farbe 51, petrol
Nadel: ChiaoGoo Edelstahl 2,5mm

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Kommentare

  1. Von Britta D. am 28. Juni 2019:

    na prima, Du hast die Farbe gleich leergekauft

    • Von Sarah am 29. Juni 2019:

      haha Britta, gut beobachtet! Aber ich schwöre, ich war es nicht! Leider gibt es zur Zeit bei ein paar Farben Lieferschwierigkeiten seitens des Herstellers, wir können im Moment nicht abschätzen, wann diese wieder verfügbar sein werden. Dass ausgerechnet auch die Farbe, in der ich vor Monaten das Testprojekt gestrickt habe, davon betroffen ist, ist natürlich echt Pech, da hast du Recht. Aber wir werden euch informieren, sobald die restlichen Farben da sind, fest versprochen!

  2. Von Britta D. am 29. Juni 2019:

    ja bitte, ich liebe diese Farbe! und ich vermisse auch die Naturfarben.

    Ich habe gerade meiner allerallerallererste Lanadebestellung in Arbeit, ca 8 Jahre abgelagertes Drops Lin, und das ist auch wie Du schreibst: widerspenstig aber es lohnt sich. Und jetzt würde ich waaaaahnsinnig gern mit Leinen weiterstricken, das hat sowas besonderes, ich will unbedingt noch einen Raglano in Petrol und den old Romance von Joji in naturfarben stricken, also bitte bald!!!

  3. Von Verena am 05. Juli 2019:

    Endlich, endlich ein reines Leinengarn im Sortiment von Lanade! Das hab ich mir schon längere Zeit gewünscht, bin ich doch ein eher kälteliebendes Pflänzchen, dass bei unseren mittlerweile viel viel viel zu hohen Sommertemperaturen im Rhein-Main-Gebiet selbst in Baumwolle eingeht. Da ist Leinen echt das Beste!
    Also gleich bestellt in Bordeaux. Da wird jetzt ein Sommertop draus. Und sicher nicht das Letzte.
    Und danke, Sarah, für den tollen Beitrag! Die Tipps kann ich gut gebrauchen.
    Liebste Grüße

  4. Von Martina am 07. Juli 2019:

    Ich habe mit Lino auch schon locker auf dickeren Nadeln gestrickt. Das ist dann etwas wie Fischernetz und eignet sich für Tücher, die eher schmücken als wärmen sollen. Zwei Knäule ergeben ein nettes Dreieckstuch.

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