Die Wärme eingefangen. Matariki aus DROPS Nepal.

Vermutlich erwartet ihr jetzt eine #GoWestLanade-Etappe, richtig? Tja, nicht heute. Aber bald – versprochen. Es schlummern hier noch so ein paar Schätzchen, deren großer Auftritt nicht unterschlagen werden soll. So auch meine wunderbare Matariki, die vor noch nicht allzu langer Zeit die Reise zur zuckersüßen Empfängerin angetreten hat und die ich folglich heute nun endlich zeigen kann.

Bild für Beitrag „Matariki 2“ 3

Als im vergangenen Jahr im Juli die neuen Farben der DROPS Nepal eintrafen, war ich gerade im Matariki-Fieber und meine Schwägerin kurz vor der Geburt meiner Nichte stehend. Entsprechend war es mir ziemlich egal, dass gerade hochsommerliche Temperaturen tobten und Alpaka zu einem solchen Zeitpunkt nicht unbedingt das Material der Wahl ist. Ich war auf dem Weg zu einem Treffen mit Antje und nutzte die Zugfahrt für die ersten Maschen. Wie passend!

Reichlich überrascht stellte ich fest, dass meine Sorge ob des Gräuels des Patent-Strickens sich als völlig unbegründet erwies. Meine letzten Patent-Erfahrungen waren vor Jahren eine schicke, kostenfreie Anleitung von DROPS Design und ein zugehöriges Video. Alles war wunderbar erklärt und gezeigt, das war nicht das Problem. Masche für Masche. Besagter Schulterwärmer wurde zur Hälfte fertig und flog dann in die Ecke.

Unzählige Male habe ich versucht den Fehler im Gestrick zu beheben, denn Patent verzeiht einem optisch schlicht überhaupt nichts. Zurückgestrickt, nochmals. Fünf Runden später gemerkt, dass es doch nicht passt, wieder zurück. Wer jemals Patent zurückgestrickt hat, wird nachvollziehen können, was es heißt, in selbigem zurückzustricken. Wo ist nun der Umschlag? War da einer? Oder keiner? Und was kommt jetzt? Zusammenstricken oder abheben? Umschlag? Aaaah!

Im Nachhinein kann ich nun sagen, dass man Patent niemals nach einer schriftlichen, deutschen Anleitung lernen sollte. Das ist derartig verwirrend, dass man gedanklich und mit den Augen nur auf der Anleitung hängt und so auf jeden Fall Fehler einbaut. Die Technik ist nämlich eigentlich unglaublich intuitiv, wenn man weiß, worauf zu achten ist. Bestenfalls von Oma zeigen lassen oder aber eben mal die schöne Matariki stricken.

Bild für Beitrag „Matariki 2“ 1

Wo ist also dieser mysteriöse Unterschied? Nun, was für mich die meisten deutschen Anleitungen zum Patent so schrecklich verwirrend macht, sind die Umschläge. Wo müssen die nun sein? Davor oder dahinter? Bin ich eigentlich in Hin- oder Rückreihe? Ach nee, ich stricke ja in Runden. Ist die aktuelle nun Reihe 1 oder Reihe 2? Und was strickt man nun womit zusammen?

Ein paar einfache Regeln und eine klein wenig andere Formulierung – statt ausschweifender Strickanweisung – lassen einen das Prinzip verstehen und den Groschen sehr laut zu Boden fallen. Und plötzlich strickt man Patentmuster wie ein junger Gott.
Aber ich will Antjes nächstem Blogbeitrag nicht vorgreifen, natürlich wird sie euch den Weg zur Patentliebe weisen. Freut euch drauf!

Meine Matariki jedenfalls lief – die späte Veröffentlichung lässt dies vielleicht nicht erahnen – wie am Schnürchen. Trotz über 30 °C war das wunderbare Teil in weniger als vier Wochen fertig. Da es aber erst Winter werden musste, bis ich das Paket schnürte und an die Zieladresse schickte, vergingen noch ein paar Monate. Immerhin wollten wir auch schöne Fotos machen, was sich im Herbst dann realisieren ließ. Und vorab wird schließlich auch nichts verraten.

Bild für Beitrag „Matariki 2“ 4

Modell: „Matariki“ von Antje Litzmann
Größe: 84 × 94 cm
Garn:  12× DROPS Nepal, Farbe 8910 himbeer
Nadel: KnitPro Symfonie Rundnadel 5,0 mm
Modifikationen: keine; weitere Details und Bilder im Ravelry-Projekt

Ich habe das Stricken mit der DROPS Nepal sehr genossen. Wie immer lief sie wunderbar flüssig über die Nadel und ergab ein stabiles, aber dennoch weiches Gestrick, das gerade Strukturmuster (auch Zöpfe!) wunderbar rauskommen lässt. Im Patentmuster gestrickt haben die Fasern viel Platz, fassen sich dadurch sehr flauschig weich an und das Gestrick ist dennoch nicht labbrig.

Wer jemals Alpaka auf dem Schoß hatte, kann ein Lied davon singen, wie unglaublich schnell sich eine herrlich natürliche Wärme einstellt – viel schneller als bei Schurwolle, die das durchaus auch sehr gut kann. Allerdings hätte mir reines Alpaka für die Matariki zu wenig Stand und Musterdefinition gehabt, darum erwies sich die DROPS Nepal hier quasi als eierlegende Wollmilchsau.

Bild für Beitrag „Matariki 2“ 2

Für eine superwarme Winterdecke würde ich jederzeit wieder DROPS Nepal stricken. Eine Wohltat für jeden, der drunter schlüpfen darf – ehrlich. Ist die Decke für ein Neugeborenes zukünftiger Eltern bestimmt, die nicht über viel Erfahrung mit Wollpflege verfügen, würde ich vermutlich lieber auf Malabrigo Rios oder DROPS Big Merino gehen. Zwar kann ich meiner Maschine im Wollprogramm (kalt mit 400 Schleuderumdrehungen) so gut wie alles zu waschen geben, doch jede Maschine wäscht anders und es wäre einfach schade, beim nächsten Besuch die Decke als formschöne Fußmatte wiederzufinden, nicht wahr?

Facebook Pinterest Twitter

Kommentare

  1. Von Gerda Hantschel am 08. Februar 2016:

    Ich durfte diese wunderschöne, weiche Decke auch schon in Augenschein nehmen. Echt gelungen!

    • Von Carolin am 09. Februar 2016:

      Dankeschön! Da freu’ ich mich ja ganz besonders 🙂

  2. Von Claudia am 09. Februar 2016:

    Ist die schöööön!!! Ich habe noch wohlgehütete Reserven von Drops Loves You 2, die ich seinerzeit horten musste – die sind schon länger für diese tolle Decke eingeplant. Aber es kommt immer wieder soviel neuer Krams dazwischen und dazu, hhhmmm…

  3. Von Petra P. am 09. Februar 2016:

    Liebe Carolin,
    Die Decke sieht sehr schön aus und das Design von Antje gefällt mir auch sehr gut. Die Matariki- Anleitung liegt vor mir . Aber Patent stricken war durch die wirklich komischen Anleitungen von mir noch nie geliebt worden.Deshalb schiebe ich das schon Jahrzehnte vor mir her. Drops Nepal habe ich noch nicht gestrickt,dazu kann ich kein Urteil abgeben, werde mir diese Wolle aber einmal vormerken.
    Habe im Sommer meine Alpaca-Strickjacke gestrickt und da ist es mir egal ,ob es draußen warm ist oder nicht,nur das Ergebnis zählt.

  4. Von Bettina am 09. Februar 2016:

    Hui, liebe Carolin, ist die Decke aber schön!!!
    Ich habe mir kürzlich die Anleitung ‘a bit of Iceland’ vom Meister gekauft, ebenfalls eine Decke – aber in Rund. Wann ich die jemals stricken soll, weiß ich noch nicht, aber dass sie aus Nepal wird, das weiß ich jetzt. LL zum Originalgarn kommt in etwa genau hin. Und so hübsche Farben gibt es!
    Liebe Grüße

    • Von Carolin am 09. Februar 2016:

      Bettina, das ist überhaupt DIE Idee! Die Anleitung habe ich mir auch gekauft, weil mir die unwahrscheinlich gut gefällt. Jetzt muss ich meine Planung überdenken … danke!

  5. Von birgit am 09. Februar 2016:

    Nepal ist ein wunderschönes warmes leicht zu strickendes Garn. Ich habe sie auch schon verarbeitet zu einer großen Decke nach einer DROPS-Anleitung. Sehr weich, schön stabil, aber nicht schwer von Gewicht.
    Das Matariki-Projekt wartet noch auf mich. Ich freue mich darauf, denn Patent stricke ich ausgesprochen gern. Gerade auch bei den Technikvideos von DROPS sind tolle Arten von Patent dabei.
    Carolin, sehr gut gelungen, Deine Decke, schöne Farbe. Das kleine Mädchen wird sich hoffentlich freuen, die Eltern besteimmt jetzt schon.
    liebe Grüße!

  6. Von Susan am 17. März 2016:

    Das Design der Decke ist wirklich toll – ich musste sofort starten obwohl ich sonst solche Großprojekte meide… und bin nun gerade beim Stricken. Da sich Patent im Vergleich zum glatt rechts mit Stern in der Höhe etwas unterscheidet, habe ich während des Strickens dreimal eine verkürzte Reihe über die Patentmaschen links und rechts neben dem großen Stern eingeschoben, damit am Ende die Höhe in etwa gleich ist, weil schon nach etwa einem Drittel gestricktem Stern bei mir der Höhenunterschied doch sehr deutlich zu sehen war. Und ich habe statt einer Randmasche einen Patentrand über 3 Maschen gestrickt.

  7. Von Andrea am 11. Mai 2016:

    Hallihallo! I
    ch möchte mich ganz herzlich für diese wunderbare Anleitung bedanken 🙂 Ich habe direkt 2 Decken in der wirklich wunderschönen Farbe Himbeer zum Verschenken gestrickt. http://www.ravelry.com/projects/liten-blomma/matariki
    Was soll ich sagen, das Geschenk ist super angekommen!
    ich überlege jetzt, ob ich noch eine Matariki in ganz groß stricke – für mich selber zum Kuscheln auf dem Sofa… 😉

    • Von Carolin am 11. Mai 2016:

      Liebe Andrea, das freut mich sehr! Meine Decke ist auch sehr freudig entgegen genommen worden und der nächste Neuankömmling wird wieder eine Matariki bekommen – ich liebe diese Anleitung auch sehr!
      Und so eine große für’s Sofa … Bring mich bloß nicht auf dumme Ideen 😉

    • Von Martina am 30. Mai 2016:

      Ich habe gerade eine solche Decke gestrickt – eine recht große Version in Malabrigo Rios. Die Decke ist sehr schön, aber sehr elastisch und flexibel. Also keine feste Decke, die luftdicht ist, sondern eher locker und vielleicht auch weniger warm.
      Damit die Decke auch am Rand schön weich ist, habe ich eine Kordelkante mit drei Machen gestrickt.

    • Von Carolin am 31. Mai 2016:

      Liebe Martina, ich mag die Versionen aus Malabrigo Rios auch sehr, sehr gerne. Meine nächste wird ebenfalls aus Rios, ich hoffe, dass sich im Bekanntenkreis bald mal wieder was ankündigt, damit ich einen Grund habe loszulegen 😉 Viele Grüße, Carolin

Schreibe einen Kommentar zu birgit

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.