„Livia“ und DROPS Baby Alpaca Silk im Test

Achtung: In der Druckversion von „Livia“ hatte sich leider ein Fehler eingeschlichen. Die benötigte Menge des Garns sind 12 Knäuel (Größen S–M), 14 Knäuel (Größen L–XL) oder 16 Knäuel (Größen XXL–3XL). Tut uns sehr leid!

Auch wenn in einigen Bundesländern bereits die Krokusse aus dem Boden sprießen, wird es doch teilweise noch richtig knackig kalt. Damit ihr dagegen gut gewappnet seid, hat die liebe Rita Maaßen von fashionworks einen richtig kuschligen Ponchopullover entworfen, dessen Anleitung ihr ab heute hier bei uns in diesem Blogbeitrag ausdrucken könnt. Während des Strickens hat sie – wie zuvor auch schon bei den Testberichten unserer beiden seidigen Lacegarne und von Malabrigo Rios – die herrlich weiche DROPS Baby Alpaca Silk einmal genauer unter die Lupe genommen und eine gewohnt ausführliche Beurteilung für euch geschrieben. Viel Spaß!

Ich muss zugeben: Ich liebe sie ja, all die Garne, die alljährlich neu auf den Markt kommen und verstrickt werden wollen. Und ich bin ganz sicher eine der ersten, die „Hier!“ schreit, wenn ein Anbieter Teststricker sucht, um ein neues Garn zu testen und etwas Schönes daraus zu zaubern.

Aber da gibt es auch die anderen, die ich zwar aus anderen Gründen, aber deswegen nicht weniger intensiv liebe: Jene Garne, die mich schon seit Jahren begleiten, die mich immer wieder neu begeistern und deren Eigenschaften ich bis ins kleinste Detail kenne. Zu diesen Garnen gehört die DROPS Baby Alpaca Silk von Garnstudio.

Ganz sicher bin ich nicht, aber ich glaube, die ersten Knäuel „BAS“ – so werde ich sie aus schreiberischer Bequemlichkeit im Folgenden mal nennen – fielen mir schon 2010 in die Hände. Und was soll ich sagen: Für eine kratzempfindliche Heulsuse wie mich war es wie eine Offenbarung.

Die Mischung aus schmuseweichem Baby-Alpaka und schimmernder Maulbeerseide war (und ist) einfach eine Erfahrung der besonderen Art. Sie war so angenehm auf der Haut, dass ich urplötzlich das Bedürfnis hatte, mir einen Ganzkörperanzug oder zumindest eine große Kuscheldecke daraus zu stricken und mich für den Rest des Winters (ja, jetzt erinnere ich mich: es war Winter!) darin einzukuscheln.

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Als ich dann im vorigen Jahr zu Besuch bei Lanade war, konnte ich es mir nicht verkneifen, Carolin von meiner Begeisterung für die BAS zu erzählen und darauf hinzuweisen, dass ihr meines Erachtens ganz unverdient viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Und bummms … schon sitze ich hier und schreibe eine Ode an die BAS für den Lanade-Blog. Und das mache ich gerne. Weil: Die BAS hat es verdient.

Nehmen wir uns zunächst einmal die Fakten vor: Die BAS ist ein relativ feines, dreifädiges Garn in Fingering-Stärke. Laut Banderole soll man sie mit Nadelstärke 3,5 mm stricken – aber das habe ich nach den ersten Versuchen schnell aufgegeben. Lockerstricker wie ich sind mit einer 3,0-mm-Nadel sicher besser bedient, selbst eine 2,5er würde bei mir noch ein sehr schönes, nicht zu festes Maschenbild ergeben.

Vor dem Färben wird die BAS lediglich gewaschen, also nicht chemisch behandelt, sodass die positiven Eigenschaften von Baby-Alpaka und Seide optimal zur Geltung kommen. Alpaka hat ja den Ruf, sehr temperaturausgleichend zu sein, was ich nur bestätigen kann. Ich trage die BAS als Pullover im Winter und als luftige Lacemuster-Strickjacke im Sommer und empfinde sie immer als äußerst angenehm auf der Haut.

Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie weitaus unempfindlicher ist, als es die Materialbeschaffenheit vielleicht vermuten lässt. So wasche ich zum Beispiel meine BAS-Teile entgegen der Empfehlung von DROPS im Wollwaschgang in der Maschine und habe bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht. Aber Achtung: Das soll jetzt keine allgemein gültige Empfehlung meinerseits sein – wer nicht sicher ist, sollte sich zunächst an der Maschenprobe austoben, bevor er das mühsam erstellte Kleidungsstück komplett in die Maschine gibt.

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Was man über die BAS aber auch wissen sollte: Durch ihre Zusammensetzung und insbesondere durch ihren Seidenanteil ist ihre Beschaffenheit ein wenig instabil. Das macht sich immer dann bemerkbar, wenn man die Maschenprobe zwar gemacht, diese aber nicht gewaschen hat. Dann kann es passieren, dass der Pullover, die Jacke, das Kleid nach der ersten Wäsche seine Form verliert und nicht mehr passt.

Denn ein wenig wächst die BAS nach dem Waschen auch dann, wenn man sehr fest strickt. Das ist kein Zeichen von schlechter Qualität, sondern entspricht einfach den Eigenschaften des Garnes. Also gilt das, was eigentlich für alle Maschenproben gilt, für die BAS ganz besonders: Vor dem Ausmessen muss sie unbedingt gewaschen und wieder getrocknet werden, damit man sich unliebsame Überraschungen erspart.

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Und: Man kann sich diese leichte Instabilität auch durchaus zunutze machen, indem man von vornherein das richtige Strickprojekt für die BAS auswählt. Ich selbst habe etliche Projekte mit diesem Garn in Angriff genommen, und nicht alle konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Für Pullover oder Jacken, die eine gewissen Stabilität bzw. Standfestigkeit erfordern, sollte die BAS eher nicht die erste Wahl sein. Sie ist zu weich, als dass sie einen gleichbleibenden perfekten Sitz garantieren könnte.

Aber sie ist optimal für alle Projekte, die fließen sollen. Die also fallen dürfen statt sitzen zu müssen. Alle Arten von Tüchern zum Beispiel, oder weich fallende Tuniken und Kleider. Die eingangs erwähnte Kuscheldecke wäre auch ein perfektes Projekt. Eben alles, wo es nicht so genau auf einen Zentimeter mehr oder weniger ankommt.

Aus dieser Überlegung heraus entstand meine „Livia“ – ein Feierabend-Sonntagnachmittag-Nachhausekomm-Pullover-Poncho im Oversize-Format zum Sofakuscheln. Im Prinzip ein Poncho mit Ärmeln und an den Seiten geschlossen. Oder eine Kuscheldecke in außergewöhnlicher Form.

„Livia“ wird von unten nach oben gestrickt, verläuft anfangs an den Seiten ein wenig schräg und wird dann letztlich einfach gerade hochgestrickt.

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Zugegeben, man hat schon ziemlich viele Maschen auf der Nadel. Aber: „Livia“ ist einfach das perfekte To-Go-Strickprojekt. Es passt in jede Tasche und kann aufgrund der einfachen Muster überall rausgeholt und weitergestrickt werden. Meine „Livia“ ist schon weit herumgekommen und hat schon diverse Arztpraxen, Frisörsalons und Bahnfahrten unbeschadet überstanden. Und sie kann kinderleicht an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Wer es nicht ganz so weit mag, macht aus dem schräg verlaufenden Unterteil einfach ein gerades Stück und strickt dafür später die Ärmel ein bisschen länger.

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Oder man lässt die Ärmel weg und trägt das gute Stück über einem Pullover oder einer Bluse. Wer keine Rollkragen mag, kürzt diesen einfach und macht ein normales Halsbündchen draus. Und wer es nicht so lang mag, kürzt einfach den Teil nach der Schrägung und fängt mit dem Halsausschnitt früher an. Es sind also viele Variationen möglich.

Das meiste an diesem Pullover wird glatt rechts gestrickt. Lediglich an den Seiten und im mittleren Vorderteil wird ein wirklich einfaches Rippenmuster eingesetzt – es wirkt ein bisschen wie ein Patentmuster, ist aber längst nicht so schwer und verbraucht weniger Garn. Ich selbst habe „Livia“ in Einzelteilen gestrickt, wer aber gar nicht genug Maschen auf der Nadel haben kann, kann sie problemlos auch in Runden stricken. Es ist eben alles möglich.

Bild für Beitrag „Livia“ 1

Modell: „Livia“ von Rita Maaßen/fashionworks
Größe: S/M
Garn: 12 × DROPS Baby Alpaca Silk, Fb. 6314, blaulila

Natürlich kann ich hier viel erzählen, und tue das ja häufig auch ganz gerne. Aber ihr könnt selbst überprüfen, ob ich nun Recht habe oder nicht. Denn die Anleitung für „Livia“ gibt es ab sofort hier bei Lanade. Kostenlos natürlich. Und Ihr könnt zwischen drei Größen wählen: S/M, L/XL und XXL/3XL. Nähere Informationen gibt’s dann in der Anleitung. Also dann: Ran an die Nadeln und los geht’s mit dem Feierabend-Sonntagnachmittag-Nachhausekomm-Pullover-Poncho!

Anleitung „Livia“ Deutsch

Und das war’s dann auch schon mit meiner Ode an die DROPS Baby Alpaca Silk. Ich mache jetzt Feierabend auf der Couch – und ratet mal, was ich mir dazu jetzt anziehen werde!

Eure
Unterschrift Rita

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Kommentare

  1. Von Petra P. am 04. Februar 2016:

    Die wolle macht einen guten Eindruck auf mich. Schurwolle und Maulbeerseide, beide sind super
    Produkte.
    Das Muster im Vorderteil des Poncho Pullovers gefällt mir gut. Aber ich finde die Paßform nicht
    ideal, unter dem Arm und am Rückenteil wirft es Falten.
    Ein normaler Pullover mit diesem Muster im Vorderteil hätte mir mehr zugesagt.

  2. Von biene3108 am 05. Februar 2016:

    Toll!
    Den Pulli finde ich super gemütlich. Und das Garn wurde genauso beschrieben, wie ich mir das vorstelle, jetzt weiß ich doch ganz genau für welche Projekte es sich eignet. Klasse!

  3. Von Carla am 05. Februar 2016:

    Ich liebe „Livia“ jetzt schon, obwohl ich noch nicht mal angefangen habe nachzustricken, geschweige denn Wolle auszusuchen. Das wird ein Projekt in naher Zukunft. Danke für den tollen Bericht und die Anleitung

  4. Von birgit am 05. Februar 2016:

    Die BAS ist wirklich ein schönes weiches Garn. Ich habe sie vor vier Jahren erstmalig zu einer Babydecke verstrickt, Modell BabyDrops 13-22. Nadelstärke 3 ist auch bei mir völlig ausreichend, weil das Strickstück doch etwas nachgibt. Bei einer Decke ist das natürlich vernachlässigbar.
    Meine Enkelin liebt ihre Decke abgöttisch und entsprechend viel wird von dem guten Stück verlangt. Aber auch hier enttäuscht das Garn nciht. Oftmaliges Waschen im Wollwaschprogramm hat die BAS problemlos überstanden.
    Fazit. Ich kann mich Rita`s wunderbarer Ode an die BAS nur anschließen.

  5. Von Ursula am 05. Februar 2016:

    Danke für die super Beschreibung von der Garnqualität und auch ein großes Danke an eine wunderbare Modell-Anleitung und die auch noch frei und auf deutsch.

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