Getestet: Malabrigo Mecha

Seit die fabelhaften Garne von Malabrigo in die heiligen Hallen von Lanade Einzug gehalten haben, wollte ich ein Garn unbedingt verstricken: Mecha!
Ich kann mich ja stundenlang vor den Malabrigo-Regalen aufhalten, von Regal zu Regal, von Qualität zu Qualität hangeln, aber zur Mecha zieht’s mich doch immer mehrmals. So unscheinbar das Garn im ersten Moment wirken mag, persönlich finde ich, dass jede einzelne Farbe dieser Qualität fasziniert. Selbst schlichte Farben wirken bei Malabrigo Mecha besonders. Und das auf eine unaufdringliche, ausgewogene Art.

Bild Windschief 2

Die meisten Farben der Malabrigo Mecha sind Ton-in-Ton, man weiß also vorab schon recht genau, was einen beim Strickstück erwarten wird. Ausserdem finden sich hier auch wunderschöne Farbtöne, die dem geneigten männlichen Auge zusagen könnten und nicht zwingend zwischen Marine, Navy, Anthrazit und Schwarz liegen, was zeitweise doch recht freudlos zu stricken ist.
Dass Malabrigo Mecha aus schmuseweicher Merinowolle ist, muss ich ja vermutlich gar nicht mehr erwähnen, oder?
Oft genug wiederholt, wisst ihr mit Sicherheit bereits, dass ausnahmslos alle Malabrigo-Garne unverschämt weich sind und lediglich vermuten lassen, dass sie sich gegenseitig in ihrer Weichheit zu übertrumpfen versuchen.

Ganz besonders an diesem Garn ist, dass Malabrigo Mecha sowohl Dochtgarn, als auch maschinenwaschbar ist. Mich hatte dies ein wenig überrascht, denn diese Kombination hat man selten. Das Garn selbst ist leicht angefilzt, was unter anderem dafür sorgt, dass es einfach und fix zu verarbeiten ist. Und sich sogar ribbeln lässt. Jaja, ich teste alles für euch 😉

Ursprünglich hatte ich eine Jacke oder ähnliches im Sinn. Allerdings versorge ich derzeit ja einige größere Projekte mit Maschen und die Malabrigo Mecha wollte ich dennoch endlich, endlich mal stricken. So kam der Gedanke an des Mannes Mütze.

Bild Windschief 4

Auch wenn die Anleitung „Windschief“ von Stephen West eigentlich nach Worsted-Garn schreit, habe ich mich für die dicke Mecha entschieden (eigentlich Nadelstärke 6-8 mm). Es sollte ein bisschen dichter werden, weswegen mir Bulky-Garn auf Nadel 5,5 mm gut erschien.
Wie zu erwarten war, bin ich begeistert, wie die Malabrigo Mecha verarbeitet raus kommt. Auch nach der Wäsche macht sie einen sehr guten Eindruck. Weich und warm schützt sie nun des Liebsten Kopf.

Wovon ich weniger überzeugt bin, ist die Anleitung. Der schräge Rippen-Streifen gefiel mir bei der „Windschief“ schon immer gut, was auch der Grund war, weswegen ich mich für dieses Design entschieden hatte. Dass die Mütze aufgrund dessen eine Welle am unteren Rand bekommt, war mir schon vorab klar und stört auch wahrlich überhaupt nicht, das passt sich beim Tragen ja an.
Was mich aber beinahe zur Verzweiflung bringt, ist die entstandene Beule, hier im Bild links oben hübsch hinzulegen versucht. Das Design hat an dieser Stelle einfach zu viel Luft und beult – leider auch im getragenen Zustand. Man muss das gute Stück schon über die Rübe zerren, damit es ordentlich sitzt.
Vermutlich fällt das außer mir kaum jemandem auf. Ich gestehe, in dieser Hinsicht recht pingelig zu sein. Passform steht bei mir einfach über allem. Da kommt wohl meine handwerkliche Ausbildung zum Tragen.
Ich bin gerne bereit starke 5,00 € für eine knappe Mützenanleitung zu bezahlen. Schon weil ich die Arbeit des jeweiligen Designers zu schätzen weiß. Aber dann möchte ich wirklich keine Schönheitsfehler haben. Schade.

Fazit: Wenn ihr euch selbst einen Gefallen tun wollt, strickt Malabrigo Mecha. Aber vielleicht mit einer anderen Anleitung. Glücklicherweise hält Ravelry ja eine Menge schöner Mützen bereit für die Malabrigo Mecha. Und wenn da nichts zu finden ist, DROPS-Garngruppe E geht natürlich auch.

Bild Windschief 1

Im Oktober. Ja, echt jetzt!
Die Ostsee lässt noch ein kurzes Bad zu. Aber das Handtuch legt man draußen besser schon bereit 😉

Modell: „Windschief“ von Stephen West
Größe: S, da dickeres Garn
Garn: Malabrigo Mecha, Fb. 048, Glitter, auf Nadel 5,5 mm, statt üblicherweise 6,0 – 8,0 mm

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Kommentare

  1. Von Michaela am 05. Oktober 2014:

    Genau diese Mütze habe ich mir heute bei Ravelry rausgesucht, um sie für meinen Sohn zu stricken, weil sie mir in der Lanade-Gruppe gut gefallen hatte. Vielleicht sollte sie also nicht zu locker sitzen, u die “Beule“ nicht allzu sichtbar zu machen. Dein Modell gefällt mir natürlich wie immer sehr gut.

    Angesichts des tollen Spätsommerwetters kann das Foto vom Ostsee-Bad schon neidisch machen. 🙂

  2. Von Verena am 06. Oktober 2014:

    ha ha Carolin. Deine Beschreibung zur Mütze ist genial. Ich habe sie ja auch schon mehrfach gestrickt und es stimmt was du schreibst. Mein Mann ist sehr pingelig und ihn nervt es wenn er sie immer wieder stramm ziehen muss, ich hoffte allerdings mit der Mecha würde das besser werden. Ich hatte sie ja aus cashmere gestrickt, viel zu labberig.
    Ich glaube ich versuche es trotzdem, denn ich finde deine sehr gelungen und sie sieht an deines Mannes Kopfes sehr gut aus 😉

    • Von Carolin am 07. Oktober 2014:

      Ich mag die Mütze ja letztlich auch, ich würde sie nur nicht wieder stricken 😉 Aber noch eine Mecha-Mütze? Jederzeit. Ich glaube nächstes Mal würde ich eine schlichte Rippe mit Klapprand machen, das wirkt sicherlich auch prima!

  3. Von Heidi Baumgart am 10. Oktober 2014:

    Hallo Carolin,
    diese Mütze sieht wunderschön aus und mit deiner Wolle sowieso.
    Nur habe ich ein Problem
    M, denn die Anleitung in Ravelry ist auf englisch.
    Kannst du helfen?
    Liebe Grüße

    • Von Carolin am 13. Oktober 2014:

      Hallo Heidi,

      die Anleitung ist sehr einfach, das schaffst Du auch auf Englisch, wirklich!
      Schau mal, hier gibt’s ein kostenloses Strick-Wörterbuch: http://www.strickmasche.de/strickwoerterbuch-englisch-deutsch/
      Einfach ausdrucken, daneben legen und los geht’s.
      Englische Anleitungen sind viel einfacher aufgebaut als deutsche. Probier’s einfach mal aus!
      Liebe Grüße,
      Carolin

  4. Von Carmen am 17. November 2014:

    Hallo Carolin,
    mir gefällt die “Windschief Mütze” sehr und da Weihnachten naht würd ich sie total gerne stricken. Mit welcher Wolle, egal ob Drops oder Malabrigo kann ich sie identisch von den Angaben her nachstricken ohne umrechnen zu müssen?
    @ Heidi:Die Anleitung findet man übrigens auch auf deutsch…
    LG
    Carmen

    • Von Carolin am 18. November 2014:

      Hallo Carmen,

      der Designer hat die Anleitung für ein Garn der Stärke „Worsted“ geschrieben. Somit kämen bei Drops die Garngruppe C, also Big Merino, Nepal oder z.B. Air in Frage. Bei Malabrigo würde ich Merino Worsted, Rios oder Twist nehmen.

      Liebe Grüße, Carolin

  5. Von Carmen am 18. November 2014:

    Lieben Dank dir.
    Blöde Frage – ich würde in dem Fall gern mit der Nepal stricken. Die Maschenprobe passt da aber nicht so richtig… 🙁
    Wie hast du das gemacht als du die Mütze gestrickt hast? Ich brauch eben unbedingt ne Wolle mit der ich 100%ig nach Anleitung stricken kann von der Maschenanzahl her. Ich bin einfach für alles andere zu blöd ;-)))
    LG und hab dank für deine Mühe,
    Carmen

  6. Von Sue am 31. Dezember 2014:

    Ich habe die Windschief-Mütze auch gestrickt.
    Wenn man von vornerein weiß, dass es diese Beule gibt, kann man ja einfach mehr Abnahmen an der Stelle stricken.
    So habe ich es gelöst.

    Schlampig vom Designer ist es trotzdem, die Anleitung gibt es ja schon seit 3 Jahren und gerade bei dem Preis sollte man höhere Sorgfalt erwarten können.

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