Drei Teile, zwei Stränge und eine Quaste – mit Tutorial!

Dieses Projekt ist der Restevermeidung gewidmet. Es kann durchaus recht reizvoll sein, einen ausufernden Restchen-Stash zu besitzen, wenn man regelmäßig einige Stash-Abbau-Projekte in die Agenda schmuggelt. Diverse West-Modelle eignen sich da beispielsweise hervorragend, keine Frage. Tut man dies nicht, scheinen sich die kleinen Knäulchen wundersamerweise in Kaninchenmanier zu vermehren.

Das Stöbern in dererlei Kisten kann richtig Spaß machen, doch gebe ich zu, dass ich gelegentlich das Bedürfnis habe, diese besonders schönen, (schweineteuren,) und quasi vom Munde abgesparten Knäulchen wirklich komplett verarbeitet zu wissen. Gerade dann, wenn ich mich farblich aus meinem Wohlfühlgebiet herauswage.

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Hätte man mir vor drei Jahren, als ich die Neonfarben bei Madelinetosh auf der Messe erstmalig mit hochgezogenen Augenbrauen vernahm, gesagt, dass ich diese für ein Familienmitglied verstricken würde, hätte man mich vermutlich Tränen lachen sehen. Aber ehrlich? Unsere Tochter liebt nicht nur alle Farben die knallen, ihr steht das Set derartig gut, dass ich mir dieses nun schon den kompletten Winter über mit Freude anschaue.

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Ich hatte da nun also die Kombination aus Madelinetosh Tosh DK in Neon Pink – uff – und Gemini Twins, eine wunderschön subtil neon besprenkelte Farbe. Hier war ich nicht scharf auf einen Rest und nahm mir vor, beide Knäuelchen komplett zu verarbeiten.

Zuerst strickte ich das Modell, das mir für jegliche Kombination aus Sommersprossengarn mit passender Unifarbe schon lange vorschwebte. Eine möglichst schnörkellose, einfache Brioche-Mütze. Mit der „OhBoy“ von Katrin Schubert fand ich genau dies, sogar kostenlos. Am Ende eine Quaste aus den Resten dran: Bingo! Übrigens lohnt es sich bei besagter Designerin mal reinzuschauen. Wundervoll Briochiges erwartet euch.

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Danach strickte ich – einfach weil sie irgendwie immer gut ankommt (selbst in Neonfarben!) und wunderbar fix geht – eine „Here and There“ von Veera Välimäki.

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Der Rest der Garne sollte dann in einen recht einfach gestrickten Brioche-Halswärmer-Rollkragen fließen. Hierfür kam ich ohne Anleitung aus, ich nenne das Teil jetzt einfach mal Neon, Girl.

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Und so habe ich’s gestrickt: 60 Maschen angeschlagen, Brioche bis zur doppelten Halslänge gestrickt, 8 Zunahmen eingearbeitet und weitergestrickt bis das Garn ausging. Naja, zumindest fast, ein I-Cord sollte unten noch dran. Sowohl zu zweifarbigem Patent alias Brioche, als auch zum I-Cord haben wir prima Tutorials hier im Blog. Klar, auch zu den Zunahmen beim Brioche. Einfach klicken.

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Ach ja, das Mini-Model wolle unbedingt noch seinen Wackelzahn zeigen. Schick isser, nicht wahr? Gut ja, inzwischen ist er raus, aber wir sind mal nicht so 😉

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Quastorial!

Und damit ihr eure Mützen zukünftig nicht nur mit PomPoms, sondern auch mit lustig wippenden Quasten versehen könnt, habe ich euch ein detailreiches Tutorial erstellt, wie ihr aus den allerletzten Garnresten und einer Papprolle derartiges zaubern könnt.

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  1. Material: geplättete Küchenpapprolle, Garnreste, Schere, Nähnadel
  2. Schneide drei Fäden auf die doppelte Länge der Papprolle ab. Schneide zwei weitere Fäden zum Abbinden ab.
  3. Lege die abgeschnittenen Fäden beiseite und arbeite mit den Restknäulchen weiter. Wickle nun das Garn der Restknäulchen um die Papprolle – mehr oder weniger viel, je nachdem, wie voluminös die Quaste werden soll. Ich habe hier meinen Rest Gemini Twins komplett aufgebraucht.
  4. Verwende einen der beiden kurzen Fäden und schiebe ihn am unteren Rand des Gewickelten durch.

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  1. Mache einen wirklich festen Knoten. Den zweiten Faden brauchen wir noch – nicht wegwerfen!
  2. Schiebe die drei langen Fäden ebenfalls unten durch und gleiche die Länge an.

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  1. Überkreuze einen der Fäden, damit es oben kein Loch gibt, und teile zu je zwei Fäden auf.
  2. Flechte ein schönes Zöpflein.
  3. Halte das Zöpfchen mal ab und zu an die Mütze, um die Länge abzuschätzen.
  4. Ein Knoten!

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  1. Schiebe die Schere am oberen Ende der Pappe hinein und schneide auf.
  2. So sollte es nun aussehen.
  3. Streiche alle kurzen Fäden weg vom Zöpfchen.
  4. Binde mit dem zweiten kurzen Faden etwas unterhalb des Zöpfchens ab, verknote gut.

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  1. Vernähe die Fäden des Abbindefadens mehrfach durch die Abbindestelle und führe die Fäden dann nach unten zu den anderen.
  2. Nimm die Quaste unten zusammen und frisiere nach Belieben.

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  1. Ziehe das Zöpfchen durch das obere Löchlein in der Mütze.
  2. Vernähe die Fäden innen einzeln, damit es gut hält.

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  1. Schick, oder?

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Und das ist nun aber wirklich der allerletzte Rest. Ziel erreicht, würde ich sagen! Bei dir alle Unklarheiten beseitigt? Lasse es mich doch in den Kommentaren wissen. Ich wünsche dir ganz viel Vergnügen beim Quasten!

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Kommentare

  1. Von Brigitte am 05. März 2017:

    Ganz zauberhaft! Die Farben stehen deiner Tochter solut spitze!
    Bin total begeistert!

  2. Von Nadine am 05. März 2017:

    Superschicke Teile!
    Brioche steht auch noch auf meiner Liste.
    Nur eine Anmerkung zur Quaste (bzw. Bommeln):
    Nachdem ich mal einen Bommel in Einzelteilen aus der Waschmaschine geholt habe und ein sehr trauriges Kind hatte, mache ich die Bommel immer abnehmbar.
    Quasten habe ich bisher noch nicht gemacht, kann mir aber vorstellen, dass damit ähnliches passieren kann.
    Mir zumindest, weil ich alles, was die Kinder tragen, auch in die WaMa schmeiße.

  3. Von Claudia am 06. März 2017:

    Dieses Neonpink wäre so gar nicht meins – aber Deiner Tochter steht es hervorragend, und in Kombination mit dem helleren Sommersprossenstrang ist es ja auch irgendwie angenehm entschärft 😉

  4. Von Petra P. am 06. März 2017:

    Zauberhaft, das Set steht Deiner Tochter ausgesprochen gut und sieht auch noch klasse aus. Aber auch Deine ganzen Ausführungen in Deinem Beitrag hast Du gut beschrieben und die Bilder dazu- sehr gut

  5. Von Ursula am 06. März 2017:

    Danke mal wieder für das super Tutorial. Wenn ich so einen Bommel mit einem Abstandszöpfchen an eine Mütze mache lasse ich immer den Schlussfaden der Mütze so lang, dass ich diesen mit in den Zopf flechte oder auch mit diesem und noch anderen die ich von innen nach aussen ziehe einen Strang häkeln kann an den dann der Bommel angebunden wird.
    Übrigens, ich schau fast täglich bei Euch auf dem Blog vorbei, nochmals dafür Danke.

  6. Von Britta am 06. März 2017:

    Bommeln und Quasten lassen sich einfach und abnehmbar an Mützen befestigen:

    Am Ende der Quaste einen Doppelfaden stehen lassen und den durch das Schlusslöchli die Mütze einfädeln. Alternativ 2 Bändchen flechten.

    Auf der Innenseite der Mütze mit einem Knebelknopf sichern, die haben extra große Löcher. Je einen Faden oder Bändchen durch ein Knopfloch ziehen, einfacher Knoten, Schleife, fertig. Vor dem Waschen Schleife auf, Bommel ab, waschen. Keine abgerissene Bommel mehr und keine ausgeleierte Mütze.

    Wenn die Mütze nicht knalleng am Kopf sitzt, was bei Bommelmützen nie vorkommt drückt der Knopf nicht beim Tragen 🙂

    • Von Ursula am 07. März 2017:

      Also dass finde ich jetzt auch einen tollen Vorschlag. Super

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