Das „Pom Pom“-Magazin, ein vollständig objektiver Erfahrungsbericht

Ich muss gestehen, obwohl ich dieses „Stricken und alles was dazu gehört“ mittlerweile beruflich mache, lebe ich manchmal doch etwas hinterm Mond. Die neue, heiße Indie-Handfärberin? Lerne ich erst kennen, nachdem die halbe Welt schon ein Jahr drüber gesprochen hat. Was ist der neue Trend? Brioche? Marling? Fading? Muss ich mal nachgucken. Neue Kollektion von wem? Welche Wollmarke? Nie gehört. Naja, es wird langsam besser.

Aber in Sachen Print-Publikationen besteht immer noch Nachholbedarf. Gut, dass die Chefin jetzt Bücher und Magazine im Shop hat! Gleich mal einen Schwung der „Pom Pom“-Magazine bestellt, die hören sich ja interessant an. Und, was soll ich sagen, ich bin hin und weg.

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Im Gegensatz zu den geläufigen deutschen Zeitschriften mit diversen Frauennamen auf dem Titel (Nina hat getestet), ist allein schon die Aufmachung eine ganz andere. Das „Pom Pom“-Magazin kommt im praktischen Handtaschen Projektbeutel-Format (16,5 × 23 cm) und ist bedeckt mit einer robusten Papp-Hülle – da verknittert nichts beim Blättern und Herumtragen. Die Haptik ist eine ganz besondere, es fühlt sich glatt, aber stumpf an, kein Hochglanzcover, kein dünnes, billiges Papier. Sehr schön finde ich das.

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„Knitting Crochet Crafts Fashion Art Food“ steht drauf und das ist auch drin. Es geht nicht nur ums Stricken, es geht um Handarbeit generell, um Mode, um Kunst und (ein ganz kleines bisschen) um Essen. Ein Rezept ist immer mit drin. Jedes Heft ist einem bestimmten Thema gewidmet und jede einzelne Seite spiegelt das wieder. Das Ganze ist so unheimlich liebevoll aufgemacht, man merkt wirklich, wie viel Herzblut der Herausgeberinnen Lydia Gluck und Meghan Fernandes da drin steckt.

Im aktuellen Heft (Frühling 2018) geht es zum Beispiel um Briefmarken. Ja, richtig. Briefmarken! Jedes vorgestellte Modell (insgesamt zehn, eins schöner als das andere) ist inspiriert von einer bestimmten Briefmarke, deren Geschichte, Bedeutung und Relevanz für das Strickmuster kurz erklärt ist. Zum Gähnen? Mitnichten! Soweit möglich, wurde für das jeweilige Strickmuster ein Garn benutzt, was aus dem gleichen Land wie die Briefmarke kommt.

Dann ist in dieser Ausgabe noch ein Artikel über Strick-Brieffreundschaften, eine nachdenkliche, fast philosophische, wunderschön geschriebene Abhandlung über verschiedene Stricktechniken (englisch oder kontinental) und natürlich die Muster, allesamt mit tollen Fotos, liebevollen Zeichnungen und ausführlichen Erläuterungen. Ach ja, und hinten das Rezept. Mini-Pasteten, hmmm. Hab’ ich direkt nachgekocht!

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Die Winterausgabe behandelt das Thema Farben. Farben, um dem dunklen Winter etwas entgegen zu setzen! Wahnsinnig schöne Bilder und Muster, ein Artikel über Knöpfe, einer über Tricks zum Zusammenstellen von Farben, und natürlich das Rezept. Wintersalat. Hab ich nicht nachgekocht, ist ja für den Winter 😉  Wusstet ihr, wie man die Aversion gegen Knöpfe nennt? Koumpounophobie! Gelernt vom „Pom Pom“-Magazin.

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Und die Herbstausgabe des letzten Jahres befasst sich mit Kleidung. Nicht nur von gestrickter, sondern so generell. Wie stelle ich ein Outfit zusammen – nicht wie bei dieser unsäglichen Fernsehsendung, in der vier Hausfrauen kreischend die Boutiquen von irgendwelchen Kleinstädten unsicher machen und ein ach so süüüßer Designer das alles kommentiert, keine Panik –, über das Bedrucken von Stoffen, warum es bei Frauenkleidern etwas besonderes ist, wenn sie Taschen haben, ein kleiner Artikel übers Nähen, ganz toll alles! Und dabei interessiere ich mich gar nicht so für Mode! Jedes einzelne Kleidungsstück, was in diesem Heft zu sehen ist, ist handgearbeitet, nicht nur die gestrickten Teile. Also diese Liebe zum Detail! Unfassbar, wirklich. Und das Rezept? Ein Punsch 🙂

Die nächste Ausgabe wird das Thema „Streifen“ als Aufmacher haben, ich bin schon sehr gespannt! Morgen kommt sie in den Shop und ratet mal, wer dann direkt als erste Amtshandlung des Tages ein Exemplar bestellt? Na, icke, is doch klar!

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„Ja, aber …“, höre ich aus dem Hintergrund, „… alles auf Englisch?!“ Ja, alles auf Englisch. Ist ja auch eine britische Publikation. „Ja, aber … ihr seid doch ein deutscher Onlineshop!“ Ja, und? So etwas Tolles wie das „Pom Pom“-Magazin habe ich auf dem deutschen Markt noch nicht gesehen. Wäre doch fast schon strafbar, euch so etwas vorzuenthalten!

Und, jetzt mal ernsthaft: Wenn ihr in der Schule Englisch gelernt habt – auch wenn es dreißig Jahre her sein mag –, traut euch doch einfach mal ran an so was! Gerade so eine schönes Magazin eignet sich doch super, um eingerostete Kenntnisse wieder aufzufrischen. Es geht um unser aller Lieblingshobby, es sind keine ganzen Romane, sondern übersichtliche Artikel. Und wenn man nicht jedes einzelne Wort versteht, ist doch egal! Wir schreiben ja keinen Test darüber. Kennt ihr übrigens Leo? Mein „little helper“ für Vokabel-Notfälle. Gibt es auch als App fürs Handy.

Wie die Kate-Davies-Bücher, enthalten auch die „Pom Pom“-Magazine einen abgeklebten Code, der zum kostenlosen Download aller im Heft enthaltenen Muster berechtigt. Was will man mehr?

Also ich verziehe mich wieder auf den Balkon und schmökere in der Abendsonne in meinen neuen Lieblingsmagazinen. Ciao!

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Kommentare

  1. Von Susanne am 24. Mai 2018:

    Hallo Sarah, vielen Dank für deinen wunderbaren Beitrag!
    Ich habe das pompom-Wintermagazin und liebe es. Nicht nur wegen der Anleitungen.
    Und wer stricken kann, wird mit den Anleitungen auch ohne Schul-Englisch fertig.
    Traut euch! Es lohnt sich!

  2. Von Klara A. am 24. Mai 2018:

    Hallo Sarah,
    das Wintermagazin sieht echt toll aus! Allein schon der Pulli auf der Titelseite. Und ‚Farben‘ sind sowieso meins. Dabei wollte ich erst mal nichts bestellen;)
    Liebe Grüße, Klara

  3. Von Eva am 24. Mai 2018:

    OK, jetzt habt Ihr mich.
    Bei der nächsten Lanade-B estellung wird das neueste Pompomheft mitgeordert.
    Oder ich kauf es in Eurem Laden (ich fahr nämlich im Juli nach Prerow).
    Wenn ich mit dem Heft klar komme, dann ist ja alles gut – und wenn nicht? Dann hab ich es wenigstens mal probiert und ich verschenk es.

    • Von Sarah am 05. Juni 2018:

      Liebe Eva, das ist eine tolle Einstellung! Aber ich bin mir sicher, Du wirst das Magazin lieben, wirklich.

  4. Von Silke am 24. Mai 2018:

    Och menno, schon wieder verführt ihr mich. Und dann sind da bestimmt lauter schöne Sachen drin die ich machen möchte und meine Liste ist doch schon so lang…

    • Von Sarah am 05. Juni 2018:

      Ja, da sind schon ein paar nette Sachen drin! Aber der Gesamteindruck, das ist das richtig tolle an diesem Magazin!

  5. Von AnneEcke am 04. Juni 2018:

    Oh wie toll, dass ihr die Pom Pom Magazine jetzt habt! Und zack, ist das neueste natürlich schon ausgebucht… Ich finde es super, dass ihr die englischen Hefte anbietet! Wenn man auf ravelry und sonstewo unterwegs ist, sieht man die englischen Modelle ja auch eher mal, als alles andere, was es hier im Zeitschriftenhandel gibt.Grade die deutschen Publikationen aus Ninas Beitrag finde ich meistens fast schon eher peinlich, damit will ich nicht beim Lesen gesehen werden 😉

    • Von Sarah am 05. Juni 2018:

      keine Sorge, Nachschub ist schon unterwegs 🙂

  6. Von Doris Schönenberger am 02. September 2018:

    Der Tipp mit dem englischen pompom Magazin war wirklich toll, vielen Dank dafür Sarah. Du hast das Magazin wunderbar beschrieben.
    Hier ein kleiner Tipp von mir zusätzlich. Sollte der eine oder die andere an einem Heft – Download interessiert sein, ist die Bestellung auf der Shop Website des Magazin sehr unkompliziert.
    Für mich war es notwendig, dort zu bestellen, da wir zur Zeit in Shanghai leben und ich das Magazin hier benötige. Das englische Pfund steht im Moment so bescheiden da, dass der Versand, auch ins Ausland, nahezu inkludiert ist.
    Ich hoffe, dieser Hinweis von mir ist an dieser Stelle ok?!

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