Neugiernase – Brioche Bandana Cowl

Ich hatte doch neulich über süße Geheimnisse und deren Auflösung geschrieben (und freue mich übrigens sehr darüber wie gut euch die neue Lanade-Anleitung Glückskind gefällt). Passend dazu geht es heute im weitesten Sinne um: Neugier. Ich gestehe, dass ich neugierig gewesen bin. Designen und Schreiben von Strickanleitungen macht richtig viel Spaß und ein Teil des Reizes liegt darin, selbst herauszufinden, wie Dinge funktionieren und beim Stricken seine eigenen Ideen umzusetzen, ohne dabei in ein Korsett aus vorgegebenen Maschenzahlen, Musterdiagrammen oder Größencharts gezwängt zu werden.

Besonders spannend ist auch immer die Testphase, in der die Eigenkreation sich der Realität und einer Anzahl cleverer Teststricker stellen muss, die sie auf Herz und Nieren prüfen, finden was man übersehen hat und persönliches Feedback geben. Wir haben bei Lanade inzwischen ein Standardvorgehen für die Testphase, das gut funktioniert und manchmal sogar recht unterhaltsam ist!

Aber – so fragte sich meine neugierige Nase – wie machen das eigentlich andere Designer?

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Also hab ich mich kurzerhand via Instagram bei Lavanya Patricella gemeldet, die gerade Tester für einen “quick brioche knit for spring”, also einen schnellen Patentstrick für den Frühling suchte. Gut, der Frühling präsentierte sich gerade von seiner hochsommerlichen Seite, aber egal: Brioche geht immer, quick klang gut und Lavanya war mir von ihrem Instagram-Account her schon immer ganz sympathisch.

Also fix eine E-Mail geschrieben (nimm mich! :D), drölfunddreißig mal das Postfach aktualisiert, dann erst den Zeitunterschied nach Pennsylvania bedacht, schließlich zwei Seiten Entwurf für den “Fingering Brioche Bandana Cowl” aus dem Posteingang geangelt und glücklich in den Stash gesprungen: zwei Farben fingering weight, je ein Strang? Ha! Damit kann ich dienen!

Dass sich wildbunte Färbungen gut für zweifarbiges Patent eignen, haben wir ja hier schon oft gezeigt. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass auch die strahlenden, intensiven Farben (die man schon immer toll fand, sich aber manchmal nicht traut zu stricken) für dieses Muster wie geschaffen sind. Kombinationen mit viel Kontrast betonen die coolen Längsrippen und sagen überdeutlich: „Seht her! Ich habe zweifarbiges Patent gestrickt!“.

Kombinationen mit wenig Kontrast sind hingegen eleganter, besser zu alltäglicher Gaderobe zu kombinieren und trotzdem sehr schick! Wenn man, um das zu demonstrieren, zur gut bestückten Lieblings-Farbpalette der Tochter greift, ist man das resultierende Strickstück übrigens extrem schnell los 😀

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Der Cowl war schnell gestrickt, gewogen, vermessen und kommentiert – und nicht eine einzige meiner Anmerkungen wurde bei der finalen Version berücksichtigt. Ha ha, so machen andere Designer das also! Nachdem ich gesehen habe, dass das Design schon in vier anderen Garnstärken bei Ravelry veröffentlicht ist, hat mich das dann aber auch nicht mehr gewundert.

Dennoch, der Test hat Spaß gemacht und der Cowl ist ein sehr tragbares, schickes und schnell gestricktes … äh, Geschenk (tschüß, neuer Cowl), das sicher auch beim zweiten und dritten Mal stricken noch Freude bringt.

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Anleitung: Fingering Brioche Bandana Cowl (seit Montag bei Ravelry) von Lavanya Patricella,

Größe: “fitted” (es gibt auch “loose”)
Garn: je 1 Strang Madelinetosh Tosh Merino LightPrairie Fire und Malabrigo Mechita, 148, Holly Hock
Nadel: DROPS Pro Classic Rundstricknadel 40 cm in Stärke 3,0 mm

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Kommentare

  1. Von Martina am 03. Juni 2017:

    Nun ja, mehr als 7 Dollar für so ein relativ einfaches Teil (braucht man dafür wirklich eine Anleitung?) finde ich recht hoch. Und in fünf Varianten gleich mehrfach abkassieren?

  2. Von Britta D. am 04. Juni 2017:

    Deine Farbwahl finde ich sehr gelungen, bin aber auch im Zweifel, ob Du dafür die Anleitung gebraucht hättest :-)))

  3. Von Petra P. am 05. Juni 2017:

    7 Dollar für den Cowl , hätte ich niemals ausgegeben. Das finde ich sogar unverschämt, soviel zu verlangen. Wie Britta schon richtig schrieb, hättest Du das auch ohne die Anleitung hinbekommen

    • Von Britta D. am 06. Juni 2017:

      na, zum Glück war Antje ja Teststrickerin, das wird ja sicher kostenlos gewesen sein :-)))

  4. Von Klara am 08. September 2017:

    Generell sind die Preise für Einzellanleitungen gestiegen. Ich lasse mich kaum mehr dazu hinreissen, sie zu kaufen. Mit Ann Budds‘ Büchern („Handy Book of Sweater Patterns“ und Co.) hat man definitiv ein für alle Mal alle nötigen Masse beisammen. Den Rest (Farbe, Marled-Effect, oder was grad der letzte Schrei ist) kann man problemlos selbst hinzufügen. Das Buch kostet übrigens deutlich weniger als zwei hochpreisige Einzelanleitungen…

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