Marled Magic – es ist vollbracht!

Ihr erinnert euch noch an das halbe „Marled Magic“-Tuch aus dem Mystery-Knit-Along, das ich euch neulich gezeigt habe? Das ist jetzt fertig. Fertig! Fertig! Fertig!

Ich entschuldige mich für die Brüllerei, aber das musste einfach raus. Vier Wochen lang habe ich jeden Freitag wie auf heißen Kohlen auf den nächsten Teil der Anleitung gewartet und ihn dann wie im Fieber nachgestrickt. Vier Wochen lang überlegen, welche Garne ich als nächstes kombiniere. Vier Wochen lang rätseln, in welche Richtung das Tuch wohl noch wachsen wird.

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Als ich dann endlich die letzte Masche der letzten Sektion gestrickt hatte, packte ich den ganzen gestrickten Berg mit beiden Händen, hob ihn andächtig über meinen Kopf und wollte gerade Feeertig!!! brüllen, als mein Blick noch mal auf die Anleitung fiel: der I-Cord-Abschluss fehlte noch.

Diejenigen unter euch, die schon mal eine Abkettkante mit I-Cord gemacht haben, wissen, dass so etwas gerne ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Für jede abzukettende Masche werden drei gestrickt und wieder auf die linke Nadel gehoben. Und das in diesem Falle etwa 730 Mal. Auf einer Strecke von fast 6 Metern.

Wie lange ich dafür gebraucht habe? Fragt nicht.

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Als ich damit endlich fertig war, habe ich die Leute nach Hause geschickt, die mir mein angebliches Enkelkind zeigen wollten, habe das eine Ende meines Marled Magic an einen Besenstiel geknotet und bin das Tuch wie eine Flagge hinter mir her schwenkend durch die Straßen gerannt. Feeertig!

Im Ganzen und so als fertiges Teil betrachtet ist der Marled Magic wirklich eine geniale Methode, um Garnreste aller Couleur zu verarbeiten. Die verschiedenen geometrisch geformten Module mit ihren verschiedenen Strickmustern vermischen die verwendeten Farben zu einem irgenwie harmonischen Ganzen. Ich glaube, ich habe noch keinen Marled Magic gesehen, der nicht auf seine leicht extravagante Weise wie aus einem Guss gewirkt hätte.

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Für mich war es eine tolle Erfahrung, das Tuch zu stricken, ohne das Endergebnis zu kennen. Dadurch habe ich ausnahmsweise mal nicht versucht, alles durchzuplanen, sondern einfach die Farben kombiniert, auf die ich gerade am meisten Lust hatte. Hätte ich von Anfang an die komplette Anleitung vorliegen gehabt, hätte ich vermutlich versucht, die einzelnen Module farblich aufeinander abzustimmen. Das hätte auch gut aussehen können, aber von dieser Sorte habe ich schon einige Strickprojekte. Der etwas wilde Marled Magic ist da eine schöne Abwechslung.

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Der Noch-mal-Stricken-Faktor bei diesem Tuch ist übrigens echt hoch: Stephen West lässt einem bei fast jedem Modul die Wahl, welche Marling-Technik man verwendet. Durchgehend zwei gleichbleibende Farben als Standard Marl? Eine durchgehende und eine wechselnde Farbe als Steady Marl? Oder immer abwechselnd eine Farbe gegen eine andere austauschen als Fading Marl? Bei manchen Teilen kann man sich obendrein noch aussuchen, welches Strickmuster man verwendet. So können sogar zwei Tücher, die aus identischen Garnen und identischen Farben gestrickt werden, völlig unterschiedlich ausfallen.

Und um euch zu beruhigen: Der I-Cord-Abschluss lohnt die Mühe absolut. Und da Stephen West in seinem Musikvideo zum Tuch und auf Instagram mit großer Begeisterung Katzen zeigt, habe ich mein fertiges Tuch direkt mal meiner hauseigenen Katze zur Begutachtung vorgelegt. Ihr Urteil: Schnurrig gut!

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Kommentare

  1. Von Melanie am 19. April 2017:

    Liebe Nina, wie immer ein toller und sehr amüsanter Artikel. Deine Gefühle kann ich so 100%ig nachempfinden, da ich den KAL ebenfalls mit Begeisterung gestrickt habe. Ich freue mich auf Deinen nächsten Artikel.

  2. Von Petra P. am 20. April 2017:

    Hallo Nina,

    Dein Blog Beitrag ist wie immer klasse geschrieben, man wartet schon gespannt auf den nächsten Artikel. Die Form des Tuches gefällt mir sehr gut, die Farbzusammmenstellung hast Du auch recht gut hin bekommen aber die einzelnen Teile, wie sie so als Felder zusammen gestrickt sind gefallen mir nicht, es sieht dadurch sehr unruhig aus.

    • Von Nina am 23. April 2017:

      Hallo Petra,

      stimmt, so ausgebreitet wirkt die Konstruktion etwas chaotisch. Wenn man es dann trägt, relativiert sich das aber alles wieder ganz gut. Antjes Marled Magic zum Beispiel durfte ich schon in live erleben und fand ihn gar nicht unruhig. Dabei hat sie eine nochmal sehr viel mutigere Farbwahl getroffen als ich. 😉

  3. Von Sandra am 20. April 2017:

    Die ganze Zeit dachte ich „Ne, nicht so meins.“ Aber es ist doch erstaunlich wie gut das Endergebnis immer wieder aussieht.

    • Von Nina am 23. April 2017:

      Ja, ich bin selbst erstaunt! 😀

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