Öffentliches Stricken – „Knit In Public“

Sagt mal, strickt ihr eigentlich nur zu Hause im stillen Kämmerlein? Oder auch mal in der Öffentlichkeit? Also, ich stricke ja immer und überall. „Whenever I sit, I knit.“ habe ich mal irgendwo gelesen und für mich stimmt das total! Naja, ich stricke auch im Stehen. Wenn ich koordinatorisch etwas besser wäre, würde ich auch im Gehen stricken! Aber Menschen, die es schaffen, auf einer völlig ebenen Fläche über die eigenen Füße zu stolpern, sollten das lieber lassen. Wirklich.

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Aber zurück zum Thema: Stricken immer und überall. Früher bin ich jahrelang zur Arbeit gependelt. Jeden Tag jeweils mindestens 35 Minuten Hin- und Rückweg in der Bahn. Also allermindestens. Auf dem Weg zur Arbeit, wenn ich auf die S-Bahn gewartet habe, in der S-Bahn, beim Warten auf die nächste S-Bahn, in der S-Bahn, „Ach schade, schon da.“, alles einpacken und raus. Auf dem Rückweg dann das Gleiche, nur am Ende mit „Hurra, endlich da!“.

Man kann natürlich darauf achten, für unterwegs immer ein handliches Projekt dabei zu haben. Socken oder eine Mütze oder so. Das ist schon praktischer als einen Riesenpullover aus der extra dafür mitgenommen Tüte zu ziehen, diesen zwei Minuten zu sortieren, sich in die Anleitung einzufinden (wo war ich denn noch, schon wieder keine Notizen gemacht, ach ja stimmt, hier kommt jetzt ein Farbwechsel), um dann zwei Runden zu stricken, bevor man den Pullover rechtzeitig vor der Heimatstation wieder zusammenfaltet, die Anleitung einpackt, das Garn einsammelt und aussteigen muss.

Oder eine Fair Isle-Mütze, bei der man dann fluchend wie ein Kesselflicker am Bahnsteig steht, weil das Aufpassen auf die Bahnansagen und das Maschenzählen doch nicht sooo gut zusammen funktionieren. Aber hey, was uns nicht umbringt …

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Wenn noch eine andere Strickerin im Zug sitzt, kann man sich verschwörerisch zunicken oder auch eine nette Plauderei anfangen, je nach Stimmung. Und man wird natürlich, je nach Umgebung und Bekanntheitsgrad – jeden Morgen dieselben Pendler in der Bahn –, misstrauisch von Strick-Muggeln beäugt. Manche trauen sich sogar zu fragen!

„Wird das eine Mütze?“ – „Wie lange dauert ein Pullover?“ – „Ach, das hat meine Oma auch gemacht.“

Ich habe mir mal den Spaß gemacht, ein „Knit in Public“-Bingo zu entwickeln. Hier habe ich meine Top 24 der ältesten, nervigsten und lustigsten Strickkommentare verewigt.

Na, da können Sie ja reich mit werden, wenn Sie das verkaufen! Ach, Sie stricken? 1) Früher habe ich das auch mal gemacht. Aber jetzt nicht mehr … Können Sie auch Socken/​Pullover/​(beliebiges Kleidungstück einsetzen) Klabbet? 2)
Wie lange würde es dauern, einen Pullover zu machen? Sieht man jetzt wieder viel, so Handarbeit. Schön. Dass so junge Leute stricken, sieht man ja selten! 3) Für so was hätte ich ja keine Zeit. Ich stricke seit 40 Jahren, aber so eine Konstruktion habe ich noch nie gesehen!
Eine links, eine rechts, eine fallenlassen, höhöhö! Allso, für misch wär dat nix. 4) Frei Oh, das will ich auch schon lange mal lernen. Ist das schwer? Wird das fürs Baby? 5)
Ist wieder modern, ne? Wird das denn bis Weihnachten fertig? Höhöhö! 6) Aber das kratzt doch, oder? Oh, was sind das denn für Nadeln? So schöne hatten wir früher nicht! Wird das ein Pullover? 7)
Also, ich hab’ die Stricksachen von meiner Oma gehasst! Naja, aber kaufen geht schon schneller, wa? In der DDR haben wir alle gestrickt. Gab ja nüscht. Kennen Sie Dederon? Ist das Stricken oder Häkeln? Wenn Du mal Zeit hast, dann mach gern eine Mütze für mich mit! 8)
  1. Hier einfach mal antworten: „Nein, nein, ich spiele Eishockey!“
  2. Klappt es? (Dialekt)
  3. Damals war ich noch Mitte und nicht Ende dreißig 😉
  4. Rheinland
  5. Dabei hat man nur gerade eine Riesenpizza verdrückt 🙁
  6. Völlig unabhängig von der Jahreszeit.
  7. Egal, was man strickt. Und wenn es eine Socke ist.
  8. Das hat mal der Stamm-Obdachlose am Bahnhof, den ich jeden Morgen gesehen habe, zu mir gesagt. Hab’ ich natürlich gemacht. Und passende Handschuhe dazu. Hat er noch den Winter danach getragen, muss er irgendwie aufbewahrt haben! War sehr gerührt, als ich das gesehen habe.

Für größtmöglichen Spaß haben wir euch das Spielfeld in ein PDF gegossen und stellen es euch hier zum Download und zum Ausdrucken zur Verfügung. Wenn du ein Laminiergerät dein Eigen nennst und abwischbaren Marker benutzt, kannst du es sogar immer und immer wieder spielen, Jahr für Jahr! Toll, nicht?

PDF des „Knit In Public“-Bingo-Spielfelds

Außer in der Regionalbahn kann man natürlich auch im ICE stricken, am Flughafen, im Flugzeug, im Café, in der Eisdiele, in der Kneipe, im Wartezimmer, am Strand, im Park, … you name it!  Bevor jemand fragt: Ja, im Flugzeug geht! Ich lege mein Strickzeug immer völlig offen ins Handgepäck. Immer mit abschraubbaren Holznadeln, dann tut es nicht so weh, falls man die doch mal da lassen muss. Ist mir aber noch nie passiert.

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Es gibt jedes Jahr im Sommer einen „World Wide Knit In Public Day“. Dieser soll StrickerInnen näher zusammenbringen, damit man sich mit Gleichgesinnten über sein Lieblingshobby austauschen kann. Für diejenigen, die nicht sowieso schon jeden Tag Knit In Public Day haben: Dieses Jahr ist es übrigens am 9. Juni soweit. Schaut doch mal rein, vielleicht findet ihr ja ein paar Gleichgesinnte oder ein Event in eurer Nähe!

Und dann gibt es natürlich noch das Rudelstricken, auch „Stricktreff“ genannt. Das ist das Allerschönste, wirklich. Sich regelmäßig mit absoluten Strick-Nerds treffen und über Zunahmen („Also M1L wird bei mir immer zu fest, ich mach lieber den twisted lifted increase“), Garne („Hmmm, also ich strick ja total gerne mit XX, hast du schon die XY-Mischung probiert?“ – „Nee, die hat mir zu viel Drall.“) und Stricknadeln (Holz, Metall, Länge, Gewicht, Seil) fachsimpeln, herrlich! Natürlich wird auch einfach über das Leben geplaudert. Oder über Süßigkeiten. Meine Stricktreff-Kolleginnen sind teilweise richtige Herzensfreundinnen geworden. (wink!)

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Unsere Kunden haben es auch schon geschafft, sich teilweise regional zu vernetzen und sporadische oder regelmäßige Stricktreffs zu organisieren. Es braucht wirklich nicht viel, probiert es mal aus. Gerne unterstützen wir euch in unserer Ravelry-Gruppe dabei!

Oder trefft ihr euch vielleicht sogar schon regelmäßig? Wie sind eure Erfahrungen mit Stricktreff und Stricken in der Öffentlichkeit? Erzählt es uns, vielleicht machen wir eine zweite Auflage des allseits beliebten „Knit In Public“-Bingo!

In diesem Sinne: Happy Knitting (in private & public)!

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Kommentare

  1. Von Juliane am 03. April 2018:

    Danke für das Bingo. HERRLICH und soooo wahr!

    • Von Sarah am 09. April 2018:

      sehr gerne 🙂 Viel spaß beim Spielen!

  2. Von Katja am 03. April 2018:

    Oh ja, ich konnte auch mal überall Stricken. Bis mir Bekannte es madig gemacht haben und sich dauernd negativ vor mir über mich äußerten. Hab sie aussortiert. Also die Bekannten, nicht das Stricken.
    So langsam mach ich das wieder. Beim Arzt (der Kinderarzt ist immer wieder begeistert), in der Bahn, auf der Arbeit in der Pause ( wenn ich mal nicht stricke glauben direkt alle ich bin krank) und wo es hält geht. Socken strick ich unterwegs am liebsten. Lässt sich schnell sortieren und wieder weg packen.
    Danke für Deinen Post
    Liebe Grüße
    Katja

    • Von Sarah am 09. April 2018:

      Liebe Katja, das hast du gut sortiert, wirklich!

  3. Von Monica am 03. April 2018:

    Ich stricke normalerweise einzig und allein zuhause. Aus dem Grund, dass ich mich sonst draußen nicht so aufhalte, als dass ich in Ruhe stricken könnte. Denn:
    Möglichkeit 1: Spielplatz/mit den Kindern draußen. Definitiv keine Ruhe für Maschen, wenn der nicht ganz Zweijährige dauernd ausbüchst und die viel größeren Kinder aufmischt oder sich kopfüber vom Gerüst wirft,
    Möglichkeit 2: Ich sitze im Auto und fahre.
    Früher habe ich während der Chemos/in den Wartezimmern viel gestrickt, aber mir geht das o. g. Bingo immer ziemlich auf die Nerven. Weil ich, wenn ich stricke, meine Ruhe möchte. Womit dein freudig angepriesener Stricktreff für mich auch nix is. Ich mag, wenn ich stricke, nur stricken. Ohne Plauderei, Fachsimpeleien usw. Aber jedem das Seine.

    So, nun fülle ich die Mitte vom Bingo mit „Nee, dafür hätte ich ja keine Geduld!“ oder „Sie stricken aber schnell!“ 🙂

    • Von Sarah am 05. April 2018:

      Das ist ja das Schöne: man muss ja nicht in der Öffentlichkeit stricken! Ganz viel Freude bei Deinen Projekten 🙂

  4. Von Dorothee Büttner am 03. April 2018:

    Ich stricke auf jeden Fall immer beim Arzt im Wartezimmer. So ist dann auch eine der Arzthelferinnen vor Weihnachten zu einer neuen Mütze gekommen. Sie kam ins Wartezimmer, setze sich neben mich (erstaunte Blicke aller Wartenden ringsherum) und dann kam: Sagen Sie mal, Sie machen immer so schöne Sachen, könnten Sie…..?
    Konnte ich natürlich :D. Wolle hat sie selbst besorgt, einschließlich der passenden Nadeln.

    Ansonsten stricke ich auch im Büro, natürlich nur in den Pausen, im Café, auf der Parkbank, im Auto, wenn mein Mann fährt und ab und zu beim Stricktreff, wenn ich in der Nähe des FDZ bin.

  5. Von Susanne am 03. April 2018:

    Was für ein herrlicher Beitrag- ich hab grade ziemlich viel gelacht und wissend genickt ;-)… die meisten Kreuzchen beim Bingo hätte ich wohl bei „Das könnte ich nicht“, „Was wird das denn?“ und „Is ja jetzt wieder modern, gell?“… ah, und „Ach Gott, das sind aber viele Nadeln! Das hab ich ja noch nie gesehen, sowas!“… aber allein die Blicke schon! Ich finde jüngere (ich bin Mitte 30) gucken oft, als hätten sie sowas seltsames (peinliches?) noch nie gesehen („Pst- ey, guck mal, die da hinten! Ey, net so auffällig!!“), ältere Frauen finden einen sofort sympathisch (und verwickeln einen oft direkt in ein Gespräch, ob man will oder nicht ;-))) und Männer finden es entweder totaaal lustig (warum auch immer), abschreckend (auch schon erlebt) oder (seltener) egal- einen Kommentar kann sich aber kaum einer verkneifen ;-).
    Ach so, sollte ich dazu sagen- ich stricke wenn öffentlich dann im Zug (Fernverkehr). Da hat man die entsprechenden Leute dann unter Umständen SEHR lange an der Backe! Das hatte am Anfang zur Folge, dass ich bei einem bestimmten Typ Mensch meine Stricksachen garnicht ausgepackt habe… mittlerweile bin ich da selbstbewusster und lasse mich von der eventuell möglichen Reaktion anderer (die ja oft ohnehin anders ausfällt als man vorher denkt) nicht mehr von meiner Lieblingsbeschäftigung abhalten!

    Nachtrag: auch Familie und Freunde gewöhnen sich an sowas… wenn ich am Wochenende meine Eltern besuche, fragt meine Mutter schon nach, wenn ich keine Wolle mit mir rumtrage… und meine beste Freundin antwortete letzte Woche bei unserer Urlaubsplanung auf mein Gemeckere, das sei mit dem Auto viel zu weit: „Und wenn ich fahre? Dann kannst du doch stricken!“. Aha. Alles eine Frage der Gewöhnung :-)!

    • Von Sarah am 05. April 2018:

      Das ist doch mal eine tolle Freundin! Besser geht’s ja kaum! Meine Schwiegermutter fragt auch immer: „Na, kannst die Hände immer noch nicht still halten?“ 🙂

  6. Von Petra P. am 03. April 2018:

    Hallo Sarah,

    toller Beitrag und so wahr, einfach klasse. Ich war heute morgen beim Stricktreff, war wieder unterhaltsam. Eine Woche findet er morgens statt, die nächste Woche an einem Abend, dann kommen auch die, die morgens einer Arbeit nachgehen. Dann stricke ich beim Arzt, was sehr selten vorkommt. Aber auch im Urlaub nehme ich das Strickzeug mit. War auch schon einmal in einem anderen Stricktreff, der nicht bei uns im Ort stattfindet. Überall lernt man etwas Neues kennen und das finde ich wunderbar und man tauscht sich über Vieles aus. Nur allein zu Hause im Kämmerlein zu stricken das muss nicht sein.

    • Von Sarah am 05. April 2018:

      Liebe Petra, ich gehe auch gern zu „fremden“ Stricktreffs, da lernt man mal neue Leute und Techniken kennen, wunderbar!
      Mit unserem Treff machen wir manchmal kleine Strickreisen, das ist auch sehr lustig! Im Mai geht es für 2 Tage nach Paris!

  7. Von Ilona am 04. April 2018:

    Hallo Sarah,

    toll geschrieben und sooo wahr.
    Die meiste Zeit stricke ich zuhause und bei einem wöchentlichen Stricktreff. Der Vorteil beim Stricktreff: Ich lerne jede Woche noch dazu. Der Nachteil beim Stricktreff: Die Konzentration aufs Muster ist nicht leicht. Es wird sich so schön dabei unterhalten und auch herzhaft gelacht, dass ich schon öfter rückwärts stricken durfte!

    In der U-Bahn habe ich schon gestrickt. Da fällt mir die Konzentration nicht leicht und größere Teile sind unpraktisch. Ich stricke aber fast nie Socken. Kommentare habe ich nicht erhalten. Habe selbst zwei Frauen angesprochen, die sichtbar selbstgemachte Kleidung trugen. Sie waren auf dem Rückweg von einem Stricktreff und es war ein nettes Gespräch.

    • Von Nina am 04. April 2018:

      Ich habe immer ein Nadelspiel mit einfachen Socken in der Tasche und stricke immer und überall.
      Zu hause dann die komplizierteren Sachen.

      Ich werde oft angesprochen, auch von Kindern die interessiert gucken wie das denn wohl ein Socken werden kann. Im Wartezimmer, am Schwimmbeckenrand beim Training der Kinder, wenn ich in der Reithalle warten muß und vor allem auf langweiligen Elternabenden, da schafft man ne Menge.

      Ich kann mich gleichzeitig unterhalten und sogar auf dem Reader lesen beim stricken. Sehr praktisch…..

    • Von Sarah am 05. April 2018:

      Ach, Stricktreff ist doch schön, oder? Ich nehme immer nur simple Sachen mit zum Treff, aus gegebenem Anlass! Man lernt ja aus seinen Fehlern 🙂

      Manchmal sitze ich über 3 Stunden da und habe am Ende des Abends 4 Runden geschafft… aber schön war es doch!!

  8. Von Britta D. am 04. April 2018:

    Danke für das lustige BIngo, passt super 🙂
    Ich stricke natürlich zuhause und
    im Garten
    beim Arzt
    am Strand
    am Hundespielplatz
    im Warteraum der Hundewerkstatt
    im Warteraum vom Finanzamt
    bei Freunden (Kommentar: wozu heize ich den Kamin an wenn Du schon wieder unter der Lampe sitzt…)
    beim Camping

    nur Autofahren ist strickend unmöglich,w eil mir schlecht wird, wenn ich während der Fahrt runterschaue.
    Der Transport der Teile hängt von Größe und Jahreszeit ab, ein Laceprojekt passt in die Jackentasche, zum Hundegassi in den Rucksack und wenns bequem sein soll in einer Hutschachtel….

  9. Von Britta D. am 04. April 2018:

    äh: soll AUTOWERKSTATT heißen, nicht Hundewerkstatt.

    Tippen und Stricken gleichzeitig führen zu Gedankensalat….

    • Von Sarah am 05. April 2018:

      Fun Fact: früher habe ich mal in einer Hundewerkstatt (Tierarztptaxis) gearbeitet 🙂

  10. Von Britta D. am 05. April 2018:

    *lol* also, die HUNDEwerkstatt ist tatsächlich der einzige Ort, an dem ich nicht stricke, ich bin meistens damit beschäftigt, meine absolut liebenswürdige Zuckerschnute davon abzuhalten, die Tragekörbe mit grantigen Katzen oder schreckstarren Karnickeln zu beschnuffeln….und den empörten Besitzern freundlich zuzulächeln….und ich finde auch nicht so lecker, wenn das Knäuel dort aus Versehen auf den Boden fällt….

    • Von Kathi am 06. April 2018:

      Vielen Dank für den Vertipper und die Richtigstellung! Ich hab so gelacht! 😀
      Das Beifahrerstrickproblem hab ich leider auch. Dabei wäre das eine super Sache auf langen Strecken…

  11. Von Britta D. am 05. April 2018:

    PS: Dein „Regentag“ steht Dir wirklich gut

  12. Von Claudia W. am 06. April 2018:

    Wie schön :o) – so viele Gleichgesinnte … habe auch immer Strickzeug in der Handtasche und dabei …
    wir (eine liebe Kollegin + ich) haben (neben unserem Fulltimejob) einen kleinen Strickladen im Ort eröffnet – das ist Frauenwohnzimmer pur und es passiert Alles!
    Der Mensch braucht Rhythmus in seinem Leben – geht das auf bessere Weise? … vielleicht noch aus Leibeskräften trommeln – mehr fällt mir nicht ein …
    Hatte in den Gleitschirmflugzeiten meines Mannes immer Nähmaschine, Stricksachen und Fahrrad im Urlaubsgepäck – war für alle Wetter gerüstet und glücklich

  13. Von Eva am 06. April 2018:

    Ich stricke auch gern mal in der Öffentlichkeit, z.B. in der Bahn oder dem Wartezimmer beim Arzt. Dazu nehm ich dann gern das kleine Strickzeug mit, meist entweder ne Mütze oder Socken.
    Viele Leute reagieren darauf recht positiv und mit den Fragen, die Sarah in ihrem Bingo gelistet hat.
    Mir fehlt nur noch die Frage: „Was würde denn sowas kosten, wenn ich es bei dir bestelle..“
    Nebst Reaktion: „Waaaasss so viel ..“ (Meine Antwort lautet bei Socken 10 € plus Garn).
    Ich bin in der Bahn allerdings auch schon mal blöd angepampt worden, mit der im Befehlston geäußerten Bitte doch sofort meine Waffen (die Stricknadeln) wegzulegen, dabei saß der Typ weit genug von mir entfernt.
    Aber die meisten Reaktionen auf meine Strickerei sind sehr wohlwollend und gelegetnlich sogar dazu angetan, mir für den ganzen Tag gute Laune zu machen.

  14. Von Paula am 08. April 2018:

    Liebe Eva,

    kommt mir alles sehr bekannt vor, was Du da über Deine Erfahrungen mit dem
    stricken in der Öffentlichkeit schreibst – einschließlich der Negativreaktionen.

    Habe mir angewöhnt, in Verkehrsmitteln (einschl. Flugzeug) mit Holznadeln zu
    stricken, auch aus Selbstschutz (wer stürzt schon selbst gerne ins eigene „Schwert“).
    Ausserdem würde mir da spontan ein guter Waffenkonter einfallen, so:
    Angst vor Schaschlikstäbchen??

    Fragen nach dem Preis von Selbstgestricktem beantworte ich schon lange nicht mehr,
    meistens biete ich an, dem Frager zu zeigen, wie es geht, dann könne man
    das leicht selber machen…..

    Aber das ist, glaube ich, ein separates Thema: das selber (gut!) gemachtes immer noch
    unterbewerted und preislich mit Fernost-Billigproduktionen verglichen wird…
    Wegwerfgesellschaft, eben.

    Das ist übrigens ein weiteres Argument für das öffentliche stricken:
    vielleicht wird ja doch jemand vom Kreativitätsvirus angesteckt –
    und bekommt eine Idee davon, wieviel Sachkenntnis, Geduld, Zeit
    und auch liebevolle Zuwendung in so einem Kleidungstück stecken kann.

    Grüße und gute Zeit,

    Paula

  15. Von Britta D. am 09. April 2018:

    und noch eine Erinnerung aus meiner Vorzeit: Baujahr 1961, Oberstufe 1977-1980, Deutsch Leistungskurs mit Frontalunterricht, Tische U-Sitzordnung, 16 Teilnehmer, 4 Mädchen, 4 x Strickzeug, resignierte Deutschlehrerin….

    • Von Hanne am 21. April 2018:

      Ich hab damals in der Berufsschule – in den Pausen – gestrickt. Die Reaktion vom Lehrer: Wenn ich trotzdem aufpasse, dann darf ich auch gerne während der Stunde stricken. (ungefragt! – ich saß nur sehr passend ganz vorne genau im Blickfeld beim Reinkommen :gg:)

      Ansonsten stricke ich im Wartezimmer (und auch auf dem Behandlungsstuhl des Zahnarzts, bis der endlich auftaucht, sehr beruhigend…) Im Zug, beim Autofahren als Beifahrer, und sonst so, wo es sich ergibt. Hauptsächlich Socken, was viele Gespräche ergibt, weil auf der Rundnadel, beide auf einmal und dann auch noch toe-up. 😉
      Die Sprüche kenn ich auch alle, hab auch noch einen für die Mitte: Wenn ich mal in Rente komm, dann stricke ich auch!
      Ach ja, noch einen: Letzten Freitag hab ich auch auf dem Bahnsteig das STrickzeug rausgezogen, weil ich etwas früh dran war. Die Plätze waren allerdings besetzt, aber man konnte sich anlehnen ans Eck der Wartehütte und die Sonne genießen. Kam ein junger Mann – den ich auch kommen gesehen hatte, ich hatte ja nur rechte Maschen – der dann ganz erstaunt rausplatzte: Sie können ja stricken, ohne hinzugucken!!
      Ich stricke übrigens auch für andere, aber eben nur ganz besondere: die, die schätzen, was sie bekommen, die Arbeit, die drinsteckt und die kriegen das auch in den allermeisten Fällen geschenkt.

  16. Von Anja am 10. April 2018:

    Hallo Sarah,

    toller Artikel! Ich stricke auch, wo immer ich kann.
    Aber: was für eine tolle Mütze hast Du da auf? Die würde mir ja auch gefallen !
    Welche Anleitung ist das?

    LG
    Anja

    • Von Sarah am 10. April 2018:

      Hallo Anja!
      Das ist das Spirograph Headband aus Drops Karisam, Fb. 50, grün meliert. https://www.ravelry.com/patterns/library/spirograph-headband
      Das nächste Mal würde ich es aber eher aus Drops Nepal machen und es anfilzen oder mit sehr kleinen Nadeln stricken, manchmal pfeift doch der Wind noch durch 🙂

  17. Von Carmen am 10. April 2018:

    Hallo Sarah,
    meine Tochter und ich saßen im vorigen Jahr auf der „Mein Schiff“ auf dem Sonnendeck mit gemütlich was zu trinken, jede mit einem Nuvem auf dem Schoß. Es war ein bisschen wie im Zoo. Langsames Anpirschen, (un)auffälliges Gucken, manchmal ein Vorstoß mit Frage. Am Faszienierenden fanden die meisten die Strickgeschwindigkeit, was ja beim Nuvem kein Problem ist. Kopfschütteln, hochgezogene Augenbrauen und ehrliches Interesse waren auch dabei. Wir haben uns prächtig amüsiert.

  18. Von Margret am 11. April 2018:

    Auch ich stricke nicht nur zuhause . Warum auch ? Wartezimmer, Autofahrten (natürlich nur als Beifahrerin – so multitaskfähig bin ich nicht …….). Urlaub sowieso .Dumme Kommentare habe ich bisher nicht bekommen , eher Gesprächsthema
    Und wie so oft beim Lesen hier : breites Grinsen . Dankeschön dafür !!!

  19. Von Britta D. am 12. April 2018:

    ich glaube, die Intensität der Kommentare hängt sehr vom Alter der Strickerin ab, man traut heutzutage jungen Frauen nicht mehr zu, am Stricken Spaß zu haben.

    Wenn ich mit 56 und Weitsichtbrille auf der Nase im Wartezimmer mein Strickzeug raushole bekomme ich nie Kommentare, allenfalls die Frage: was wird das oder ach ja, ich könnte auch mal wieder stricken…..

  20. Von Doris am 21. April 2018:

    Gestern, vor einem Vortrag, hätte ich das Bingo spielen sollen:
    Wird das eine Socke? – Nein (ich habe einen RVO auf der Nadel, das wäre eine ziemlich grosse Socke …).
    Ist billiger als kaufen, oder? Nicht wirklich, weil kein Plastik.
    Das ist aber kompliziert! Nicht wirklich, Lochmuster über 3 Maschen + 3 Maschen rechts.
    Das sollten Sie beruflich machen, können Sie teuer verkaufen! (2 X von verschiedenen Leuten innerhalb von 5 Minuten)

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