Brrrrrrr … ich will mehr Frühling!

Nach den ersten schönen Frühlingstagen mit Sonnenschein, viel frischer Luft und Wärme auf der Haut, bin ich – zugegebenermaßen – wohl ein wenig verwöhnt.

Die letzten Tage friere ich ununterbrochen. Tagsüber im Büro, abends zu Hause. Was aber nicht nur an den kühlen Temperaturen, sondern auch am lieben Otto liegt. Dem ist’s grundsätzlich und immer zu warm. Er bevorzugt eiskalte Flurfliesen und so haben wir stetig Zugluft im Haus. Kein Wunder, bei dem beneidenswerten Pelz, den er mit sich rumschleppt.

Bild Landseer-Welpe 1

Ganz nüchtern betrachtet ist das aber gar nicht so schlecht: Mir ist wieder nach Wolle, nein, besser noch Alpaka zumute. Und Kaminfeuer!
Und so kam es, dass ich – zwischen den Stralsundern und jetzt – einen Mantel aus DROPS Alpaca angeschlagen habe.

Das Modell ist mal wieder von DROPS Design und hat schon einige Jährchen auf dem Buckel, aber es erinnert mich an meinen allerliebsten Wollmantel aus vergangenen Tagen. Diesen Mantel hatte ich mir als Schüler wirklich vom Munde abgespart und wochenlang mit mir gehadert, ob ich mir das wirklich hätte leisten sollen. Letztlich hat er mich bis ins Erwachsenenalter begleitet und stand immer für Freizeit, wohlige Wärme, Füße hochlegen und die Welt Welt sein lassen.
Ich habe ihn geliebt. Von Herzen.

Heute würde ich ihn wohl nicht mehr tragen. Zu viel knisternde Poly-Beimischung, eigentlich auch nicht wirklich schön. Meine Ansprüche sind wohl ein bisschen höher geworden im Laufe der Zeit.
Dennoch,  so eine Art von Mantel wollte ich schon lange wieder haben. Schlicht, schön und von hochwertiger Qualität.

5-2

Modell: DROPS Design 110-5
Material: DROPS Alpaca, Fb. 506 und 8903 (ohne Vivaldi)

Ich weiß, es ist ein bisschen schwer sich dieses … Mützchen … wegzudenken, ich starre es auch jedes Mal an. Und nein, ich habe nicht vor es zu stricken.

Im Original wird an den Bündchen mit DROPS Vivaldi gearbeitet. Persönlich bin ich kein Fan von Mohair und fand es auch irgendwie unnötig die Bündchen „aufzupuscheln“. Die Alpaca an sich wirkt schon kuschelig genug, für mein Vorhaben würde es den Mantel eher abwerten. Also ohne Vivaldi und nur doppelfädig DROPS Alpaca.

Was mir sehr gut gefällt, ist die Kombination der Farben. Anthrazit und Schwarz ergibt zusammen kein so schrecklich unruhiges Bild wie die meisten Melierungen, belebt aber den Gesamteindruck. Die Farben unterscheiden sich wenig und gerade das macht den Reiz aus.

Zugegeben, es ist ein bisschen schwer das in einem ordentlichen Foto festzuhalten. Aber ich denke, man kann zumindest erahnen, wie es aussieht.

UfO, DROPS Alpaca, Bild 1

 

Die DROPS Alpaca strickt man doppelfädig mit einer 5er-Nadel. Und ich kann euch sagen, das geht unglaublich schnell. Meine Liebe zu Alpaka im Allgemeinen werde ich an anderer Stelle nochmals ausführlich beschreiben, das hat definitiv einen eigenen Beitrag verdient.
Durch die kalten Abende der letzten Tage habe ich gestern bereits das Rückenteil abgekettet. Eingewickelt in meine Alpaka-Decke mit Alpaka auf dem Schoß und bei Kaminfeuer ließ es sich dann auch in unserem Wohnzimmer aushalten.

In letzter Zeit habe ich viel in Runden gearbeitet und es nun richtig genossen mal wieder Einzelteile zu stricken. Die Reihen sind kürzer und man kommt einfach schneller in die Höhe, was unheimlich motiviert.
Es hat also alles seine Vor- und Nachteile. Vor dem Zusammennähen scheue ich mich eigentlich nicht. Das ist ja eine produktive Arbeit.

Ganz im Gegensatz zum Fäden vernähen. Seit gut einem Jahr spare ich mir das Fäden vernähen bei reinen Wollen komplett. Ich filze an. Die Übergänge sieht man gar nicht und man kann auch einfach mitten im Strickstück anfilzen und weiterstricken. Wie das geht? Voila:

Gerade bei Alpaka hat das Anfilzen des neuen Knäuels den Vorteil, dass einem der Faden nachher beim Tragen nicht wieder „rausrutscht“. Da das Garn so glatt ist, finden lose Endfäden, die nicht bombensicher vernäht sind, immer mal wieder den Weg nach draußen und müssen neu vernäht werden. Das kann so natürlich nicht passieren. Aber das Hauptargument ist in meinen Augen, dass das lästige Fädenvernähen am Ende wegfällt.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie sich der Mantel entwickelt. Er ist eher als Langzeit-Projekt angelegt ob der Größe und ich bin selbst erstaunt, dass das größte Stück schon geschafft ist.

Ach ja, der Paris-Stralsunder ist auch fertig. Ich wollte aber erst noch ein, zwei schöne Bilder machen, bevor ich ihn euch vorstelle. Sollte also nicht mehr lange dauern.

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Kommentare

  1. Von Kathi am 07. Mai 2014:

    Das sieht ja wieder toll aus, wie kann man nur so produktiv sein! 😀
    Schön, dass dieser Blog so häufig gefüttert wird, ich lese wirklich gerne, was ihr schreibt!
    Mir ist auch völlig klar, woher die beständige Stricklaune kommt: Wenn man sich täglich Otto anschaut, will man bestimmt gleich losnadeln! 😀
    Liebe Grüße!

  2. Von Alexandra am 07. Mai 2014:

    Das Anfilzen ist ja eine tolle Sache. Hätte ich diesen Tipp wohl schon gehabt, als ich die Kreisjacke in Alpaca (140-22) gehäkelt habe, da hat mich das Vernähen viele, viele Stunden und Nerven gekostet. Und die Fäden rutschen immer wieder raus.
    Liebe Grüße

  3. Von Tanja am 07. Mai 2014:

    oO die Fäden verfilzen?? Das sieht ja total einfach aus! Aber hält das dann auch wirklich??? Gibt es da schon Langzeitanalysen?

  4. Von Carolin am 07. Mai 2014:

    Definitiv, ja 🙂 Das hält!
    Wichtig ist nur, dass man es ordentlich macht und nicht nur kurz drüber rubbelt. Die Fasern müssen sich gut verbunden haben, man darf die einzelnen Fäden an dieser Stelle nicht mehr erkennen. Dann hält das bombenfest und geht auch nicht mehr auf.
    Das sieht man aber auch. Also wann es genug ist und wann man noch ein bisschen sollte. Probier’s mal aus, es lohnt sich!

    • Von Birgit am 08. Mai 2014:

      Kann ich 100%ig bestätigen !

  5. Von Carolin am 07. Mai 2014:

    Ach ja, ergänzend: Ich drösle die Einzelfäden des alten und des neuen Knäuels jeweils ein bisschen auf und leg sie dann so ein bisschen übereinander. Ausserdem beschleunigt man das Ergebnis deutlich, wenn man die Hände anfeuchtet, an den Stellen, an denen man rubbelt.

  6. Von Tim am 07. Mai 2014:

    Heisst das, dass du dir beim Stricken regelmäßig die Hände anschlabberst? Iiih.

  7. Von Carolin am 07. Mai 2014:

    Tim, es gibt auch Wasserflaschen, Pflanzen-Sprüh-Dinger, Gartenteiche oder was auch immer man sonst so an Flüssigkeiten in der Nähe hat.
    Aber ja – in der Not tät’s auch Spucke.

  8. Von Michaela am 07. Mai 2014:

    Ich hab das Anfilzen bei meinem aktuellen Tuch auch probiert und es hat prima geklappt, tolle Idee!

  9. Von Janet am 07. Mai 2014:

    Toll ! wieder was gelernt, auch ein schönes Modell. Liebe Grüße

  10. Von Anna am 08. Mai 2014:

    Oh, ihr schreibt ja hier ganz fleissig! Ich lese ab jetzt auch mit!
    Ja, haben wollen würd ich einen solchen Mantel auch sehr gerne. Aber stricken? Hach… Nachdem ich schon an dem kleinen Frühlingsjäckchen ewig lange sass, strick ich lieber erstmal ein paar Kindersachen und Mützen…
    Herzliche Grüsse,
    Anna

  11. Von Monika am 11. Mai 2014:

    Ja, ich les ab jetzt auch mit. @ an Carolin: der tolle Schreibstil lässt mich grinsen und die Kommentare passen soo auf mein eigenes Empfinden. Danke fürs Weitergeben von Tipps und Ideen 🙂

  12. Von Karolin am 17. Mai 2014:

    Ja, die Alpaka ist genial, da habe ich mir auch schon ne ganze tolle Jacke draus gestrickt – Hvirvelstroem, allerdings mit 2,25er Nadeln…aber ging auch schneller als gedacht.

  13. Von Susanne am 06. Januar 2015:

    Liebe Carolin!
    Vielen Dank für den Filz-Trick! Ich kämpfe doch jedes Mal mit den Fadenenden. Schon wieder was gelernt, werde jetzt immer mal vorbeischauen!

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